Großbritannien führt Truppen im Südirak an
Polen verlegt erste Soldaten in den Irak

dpa WARSCHAU/LONDON. Die ersten 250 polnischen Soldaten bereiteten sich am Mittwoch auf ihren Abflug in den Irak vor, wo sie im Zentrum des Landes die Vorhut einer multinationalen Friedenstruppe bilden sollen.

dpa WARSCHAU/LONDON. Die ersten 250 polnischen Soldaten bereiteten sich am Mittwoch auf ihren Abflug in den Irak vor, wo sie im Zentrum des Landes die Vorhut einer multinationalen Friedenstruppe bilden sollen. Großbritannien wird nach einem Bericht des „Guardian“ eine multinationale Friedenstruppe im Südirak anführen.

Wenige Stunden vor Abflug der Soldaten in die künftige polnische Verwaltungszone im Irak bekräftigte Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski, die Risiken des Einsatzes minimieren zu wollen. Jeder bisherige Zwischenfall im Irak werde genau analysiert. Die Angriffe auf britische und amerikanische Soldaten würden auch im polnischen Führungsstab genau untersucht, um ähnliche Vorfälle besser vermeiden zu können.

„Wir haben alles getan, was möglich ist“, versicherte Szmajdzinski in Warschau. Am späten Nachmittag sollten in Breslau (Wroclaw) 250 Soldaten an Bord eines amerikanischen Großraumtransporters in die Golfregion aufbrechen, unter ihnen der Kommandeur der multinationalen Truppe mit 15 teilnehmenden Staaten, General Andrzej Tyszkiewicz, und der logistische Stab.

Übernahme Ende September

Nach einer bis Mitte Juli dauernden Erkundungsphase, in der der Kommandostab und die Logistiker Vorbereitungen für die Ankunft der übrigen Truppen treffen, sollen nach und nach die Soldaten der Friedenstruppe eintreffen, die sich einige Tage lang in Kuwait an das Klima gewöhnen können. Bis Anfang September soll die Einheit in der Lage sein, ihre Aufgabe zu übernehmen, Ende September ist die offizielle Übernahme der Zone von den Amerikanern geplant.

Polen schickt insgesamt 2300 Soldaten in den Irak, die im Rotationsverfahren nach sechs Monaten abgelöst werden sollen. In der gut 9000 Mann starken internationalen Division, die in fünf irakischen Provinzen den Wiederaufbau organisieren soll, sind Spanien und die Ukraine mit eigenen Brigaden vertreten. Außer Bulgarien, Lettland, Litauen, Rumänien und der Slowakei gehören auch mehrere mittelamerikanische und asiatische Staaten der Friedenstruppe an.

Die von Großbritannien geführte Friedenstruppe im Südirak werde aus mehr als 16 000 Soldaten bestehen, berichtete der „Guardian“ am Mittwoch. Dazu würden die 11 000 Briten gehören, die dort bereits stationiert sind. Die übrigen gut 5000 Soldaten kämen aus Dänemark, Tschechien, den Niederlanden, Italien, Norwegen, Portugal, Rumänien, Neuseeland und Litauen. Dies werde die Regierung voraussichtlich noch in dieser Woche im Unterhaus ankündigen. Die USA und Großbritannien räumten damit indirekt ein, dass sie mehr Soldaten bräuchten, um Sicherheit und Ordnung im Irak zu gewährleisten, hieß es.

Das polnische Verteidigungsministerium stellte am Mittwoch eine rund 100 Seiten starke Broschüre vor, die die polnischen Soldaten beim Aufbruch in den Irak erhalten. Darin werden ihnen auch Verhaltensregeln für den Kontakt mit der Bevölkerung gegeben. „Die Polen können als Besatzer, Kolonialisten und Vertreter des gottlosen Westens verteufelt werden“, heißt es warnend. „Das Ausmaß der Bedrohung durch Fundamentalismus hängt in hohem Maß vom Verhalten der Ordnungskräfte ab.“ Es liege an den Soldaten selber, ob Stereotypen über den Westen abgeschwächt oder - mit möglicherweise fatalen Folgen - verstärkt würden.

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