Großdemonstration in Frankreich
Zehntausende protestieren gegen Arbeitsmarktreform

Geschützt von mehr als 2000 Polizeibeamten haben erneut Zehntausende Franzosen gegen die geplante Arbeitsmarktreform demonstriert. Nach den Anschlägen im November und der Fußball-EM ist die Polizei im Dauereinsatz.

ParisUnter starken Sicherheitsvorkehrungen haben am Donnerstag erneut Zehntausende Franzosen gegen eine geplante Arbeitsmarktreform protestiert. Die Polizei sprach von 20.000 Teilnehmern des Marsches am Place de la Bastille, während die Organisatoren eine drei mal so hohe Zahl nannten. Auf der kurzen Strecke waren mehr als 2000 Beamte im Einsatz, mehr als einer pro Meter. Die Demonstration blieb zunächst friedlich. Nach den Auseinandersetzungen und Zerstörungen bei den Protesten der vergangenen Wochen hatten Arbeiter die Glasscheiben von Bushaltestellen entfernt und Absperrungen entlang der Marschroute aufgebaut.

Die Regierung hatte den Protestzug zunächst unter Hinweis auf die Sicherheitslage untersagt. Es war das erste Verbot einer Gewerkschaftsdemonstration durch die Regierung seit mehr als 50 Jahren. Nach einer Welle der Kritik auch von ihrer eigenen Basis ruderte die sozialistische Regierung zurück und ließ den Protestmarsch zu. Einige Demonstranten erklärten, sie hätten sich nur aus Protest gegen das Verbot dem Zug angeschlossen. Die französische Polizei ist nach den islamistischen Anschlägen im November und wegen der Fußball-Europameisterschaft im Dauereinsatz.

Die seit Wochen anhaltenden Proteste werden vor allem von der CGT getragen, die sich gegen die geplanten Einschränkungen beim Kündigungsschutz und anderen Arbeitnehmerrechten wehrt. Zugleich will sich die CGT als stärkste Gewerkschaft in Frankreich positionieren. Ihr Chef Philippe Martinez verurteilte die Gewalttäter, warf Ministerpräsident Manuel Valls aber zugleich vor, die Verantwortung dafür allein der Gewerkschaft zuzuschieben. Die Regierung selbst habe das Klima angeheizt, während die Gewerkschaften eine Übereinkunft gesucht hätten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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