Große Mehrheit
Russland ratifiziert Kyoto-Protokoll

Das Klimaschutzabkommen von Kyoto ist am Freitag von der russischen Staatsduma ratifiziert worden. 334 Abgeordnete im Unterhaus des Parlaments stimmten für die Konvention zur Reduzierung der Treibhausgase, 73 Abgeordnete der oppositionellen Kommunisten sowie anderer Parteien dagegen.

HB MOSKAU. Mit der Entscheidung Russlands kann das Abkommen auch ohne die USA in Kraft treten. Die Industriestaaten hatten sich 1997 im japanischen Kyoto verpflichtet, ihre Treibhausgase zu reduzieren. Ziel ist, die globale Erwärmung auf der Erde zu bremsen. Die noch ausstehende Zustimmung des russischen Föderationsrates sowie die Unterschrift von Präsident Wladimir Putin gelten als reine Formsache.

Die Bestimmungen von Kyoto treten international in Kraft, wenn die teilnehmenden Nationen zusammen mindestens 55 Prozent der Treibhausgase ausstoßen. Diese Quote wird mit dem Beitritt Russlands erfüllt sein.

Putin hatte nach jahrelangem Zögern im September dieses Jahres einen Beitritt Russlands befürwortet. Auslöser waren nach Einschätzung westlicher Diplomaten Zugeständnisse der Europäischen Union in Wirtschaftsfragen.

Nach dem Beitritt Russlands bleibt viel zu tun

Mit dem Beitritt Russlands zum Kyoto- Protokoll ist das Fundament für einen internationalen Klimaschutz gelegt. Nun gibt es für die Industrieländer viel zu tun. Nur sehr wenige von ihnen sind auf dem Weg, ihre Treibhausgase bis 2012 so weit zu reduzieren, wie sie es 1997 in Kyoto zugesagt hatten. Und selbst, wenn sie dies schaffen, reicht es nach Ansicht von Umweltschützern, Wissenschaftlern und vielen Politikern lange noch nicht aus, um den Klimawandel ausreichend zu bremsen.

Die 15 alten EU-Länder etwa hatten zugestimmt, ihre Treibhausgas- Emissionen bis 2012 durchschnittlich um acht Prozent im Vergleich zum Stand von 1990 verringern. Bis 2002 waren erst 2,9 Prozent erreicht. Rein rechnerisch müssten es bei einem geradlinigen Anhalten des derzeitigen Reduktionstempos schon rund 4,8 Prozent gewesen sein. Deutschland, das einen großen Anteil innerhalb der EU übernommen hat, soll seine Treibhausgase um 21 Prozent vermindern und liegt vor allem durch den Umbau in den neuen Bundesländern immerhin schon bei 19 Prozent.

Doch Stephan Singer, Klimaexperte der Umweltstiftung WWF, ist optimistisch, dass die EU ihr Ziel erreichen kann. Er stellt einige Vorschläge heraus, die dem Parlament und dem Rat bereits zur Abstimmung vorlägen: Die EU könne beispielsweise Standards für den Energieverbrauch festlegen - von Autos, Kühlschränken, Waschmaschinen Heizungen oder industriellen Antriebssystemen. „Neue Geräte dürften dann nur noch eine bestimmte Energiemenge verbrauchen.“ Damit spare letzten Endes auch der Bürger Geld. Zudem sollte vor jedem Kraftwerksbau geprüft werden, ob nicht besser irgendwo Energie eingespart werden könnte.

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