Großfahndung geht weiter
Britische Polizei findet angeblich „Märtyrer-Videos“

Auch in Großbritannien ist die Terrorangst ungebrochen. Die Großfahndung nach den Drahtziehern der geplanten Anschläge auf Passagierflugzeuge geht unterdessen weiter. So soll die britische Polizei „Märtyrer-Videos“ bei Terrorverdächtigen gefunden haben.

HB LONDON. Aus Furcht vor einem Terroranschlag haben Passagiere eines britischen Ferienfliegers zwei verdächtige Mitreisende gezwungen, die Maschine vor dem Start zu verlassen. Der Zwischenfall ereignete sich nach einem Bericht der „Mail on Sunday“ auf dem Flughafen von Malaga. Die Maschine der Gesellschaft Monarch Airlines sollte nach Manchester fliegen. Zwei „asiatisch“ aussehende Männer erregten nach dem Bericht die Aufmerksamkeit ihrer Mitflieger, weil sie angeblich arabisch sprachen. Der Sprecher der muslimischen Gemeinden in Großbritannien, Habibur Rahmann, nannte den Zwischenfall „sehr besorgniserregend“ und warnte vor pauschalen Verdächtigungen.

Seit Begin der Großfahndung gegen mutmaßliche Teroristen in Großbritannien vor zehn Tagen sind die Sicherheitsmaßnahmen auf den Flughäfen massiv verstärkt worden. Bei den Ermittlungen hat die britische Polizei nach inoffiziellen Informationen mehrere „Märtyrervideos“ gefunden. Die Aufnahmen seien auf mehreren Laptopcomputern entdeckt worden, berichtete das BBC-Fernsehen. Solche Videos hinterlassen Selbstmord-Attentäter und werden von islamistischen Gruppen nach Anschlägen zu Propagandazwecken eingesetzt.

Scotland Yard wollte sich zu den Videos nicht äußern. Es galt weiter eine strenge Nachrichtensperre. Seit Donnerstag vergangener Woche wurden etwa 50 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. 23 Verdächtige wurden auch am Wochenende weiter verhört. Am Donnerstag hatten Terrorfahnder nach BBC-Informationen in einem Wald bei London einen Koffer mit Material für einen Sprengsatz sowie mehrere Schusswaffen gefunden.

Ungeachtet der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen hat Europas größter Flughafen London-Heathrow am Wochenende wieder alle Flüge planmäßig abgewickelt. Auch in London-Gatwick kam es zu keinen größeren Verspätungen. Allerdings bleiben die Passagiere aufgefordert, wegen der verschärften Kontrollen früher zu den Schaltern zu kommen.

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