Haftanstalt wird von Amerikanern geführt
22 Tote bei Angriff auf Gefängnis in Bagdad

Irakische Freischärler haben am Dienstag nach US-Militärangaben ein Gefängnis bei Bagdad mit Granaten beschossen und 22 Menschen getötet.

HB BAGDAD. Die Opfer in dem US-geführten Gefängnis von Abu Ghraib gehörten zu 4400 Menschen, die dort aus Sicherheitsgründen festgehalten würden, sagte ein Militärsprecher. Mehr als 90 Menschen seien verletzt worden. Aufständische griffen auch in der nordirakischen Stadt Mossul einen US-Militärkonvoi an. Ein US-Soldat wurde dabei tödlich verwundet. Die Lage in den Städten Nadschaf und Falludscha entspannte sich dagegen etwas.

In der US-geführten Koalition im Irak zeigten sich weitere Risse. Nachdem Spanien am Montag mit dem Abzug seiner 1400 Soldaten begonnen hatte, kündigte auch Honduras an, es wolle seine rund 370 Soldaten nach Hause holen. Zur Begründung verwies der honduranische Präsident Ricardo Maduro auf eine sich verschlechternde Sicherheitslage und Spaniens Truppenabzug. Die Soldaten aus Honduras haben ausschließlich humanitäre und technische Aufgaben übernommen. Dies gilt auch für 451 Soldaten aus Thailand, die das asiatische Land nach Angaben seiner Regierung abziehen wird, sollten sie angegriffen werden.

US-Präsident George W. Bush sagte, die USA und ihre Verbündeten müssten stark und standhaft bleiben. Außenminister Colin Powell sagte, er habe in den vergangenen 24 Stunden mit den Regierungschefs oder Außenministern fast aller Staaten gesprochen, die der Koalition angehören. „Ich habe feste Unterstützung für unsere Bemühungen erhalten, Zusagen, zu bleiben und die Aufgabe zu Ende zu führen“, sagte Powell. Ein Sprecher des US-Präsidialamts sagte: „Die Koalition im Irak ist stark und fest entschlossen.“

Iraker, die vor den Kämpfen zwischen US-Truppen und sunnitischen Freischärlern aus Falludscha geflohen waren, kehrten nach und nach zurück. Am Vortag hatten US-Vertreter erklärt, sie würden keine weitere Offensive in der Stadt unternehmen, sollten die Kämpfer dort ihre schweren Waffen abgeben. In diesem Monat waren bei Kämpfen in der Stadt rund 50 Kilometer westlich von Bagdad Hunderte Iraker und Dutzende US-Soldaten getötet worden.

In der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf gab die US-Armee Unterhändlern mehr Zeit für Verhandlungen mit dem radikalen Schiitenführer Moktada el Sadr und dessen Mehdi-Miliz. Der US-Kommandeur im Irak, General Ricardo Sanchez, sagte vor Soldaten, der Einfluss El Sadrs im Süden des Landes sei gebrochen. Er bekräftigte aber, El Sadr sei weiter ein Ziel.

In Rom äußerte der UN-Gesandte für den Irak, Lakhdar Brahimi, unterdessen die Hoffnung auf eine baldige Freilassung der drei von Aufständischen im Irak als Geiseln festgehaltenen Italiener. Irakische Rebellen hatten vier italienische Zivilisten verschleppt und in der vergangenen Woche einen von ihnen erschossen. Sie drohten mit der Tötung weiterer Geiseln, sollte Italien seine 2700 Soldaten nicht aus dem Irak abziehen. Die Regierung hat diese Forderung wiederholt zurückgewiesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%