Hamas bezeichnet Anschlag "als einen Akt der Selbstverteidigung."
Selbstmordanschlag in Tel Aviv

In einem Geschäftsviertel von Tel Aviv hat sich am Ostermontag ein palästinensischer Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und mehrere Menschen in den Tod gerissen.

HB TEL AVIV. Laut Polizei kamen mindestens sechs Menschen ums Leben, darunter der Attentäter. Nach Angaben von Sanitätern wurden mindestens 35 Menschen verletzt, einige davon schwer. Die Explosion ereignete sich in der Nähe eines Schnellrestaurants am zentralen Busbahnhof im Viertel Neve Schaanan. Das Schnellrestaurant war bereits am 19. Januar Ziel eines Anschlags, wie ein Sanitäter sagte. Damals wurden 20 Menschen verletzt.

Laut Medienberichten bekannten sich inzwischen zwei militante Palästinensergruppen zu dem Anschlag: die Al-Aksa-Brigaden und der Islamische Dschihad. Ein Sprecher der radikalen Palästinenser-Gruppe Hamas hat den Anschlag auf einen Imbiss im israelischen Tel Aviv allerdings als einen Akt der Selbstverteidigung bezeichnet. Die Hamas stellt die Palästinenser-Regierung

.

Tags zuvor hatte der Islamische Dschihad neue Gewalt gegen Israel angekündigt. Der im Exil lebende Führer der militanten palästinensischen Gruppe, Ramadan Schallah, sagte, der Dschihad halte sowohl an Raketenangriffen auf Israel als auch an Selbstmordanschlägen fest. Ein israelischer Militäreinsatz könne die Pläne möglicherweise behindern, räumte Schallah in einer Erklärung ein, die im Internet veröffentlicht wurde. „Er wird sie aber nicht stoppen“, erklärte er. Bei der jüngsten israelischen Offensive im nördlichen Gazastreifen waren mindestens 16 Palästinenser ums Leben gekommen.

Hamas erneuert Koalitionsangebot an Fatah

Die von der Hamas geführte neue palästinensische Regierung wiederholte am Sonntag ihren Aufruf zur Bildung einer Koalition der nationalen Einheit. „Die Tür steht der Fatah offen“, sagte Regierungssprecher Ghasi Hamad nach einem Krisentreffen, das Ministerpräsident Ismail Hanija angesichts wachsender Spannungen in den Autonomiegebieten anberaumt hatte. Die Fatah-Bewegung von Präsident Mahmud Abbas schickte allerdings keinen Vertreter zu dem Treffen.

Zugleich warf ein Fatah-Sprecher der Hamas vor, für die Probleme der Palästinenser verantwortlich zu sein. „Hamas muss ihre Standpunkte so schnell wie möglich überdenken“, sagte Ahmad Abderahman am Sonntag. So müssten die Friedensabkommen akzeptiert werden, die im Laufe des vergangenen Jahrzehnts mit Israel geschlossen wurden. „Andernfalls wird sich die Krise verschlimmern“, sagte Abderahman.

Iran kündigt Finanzhilfe an

Die Europäische Union und die USA haben nach der Regierungsübernahme der Hamas ihre Finanzhilfen an die Autonomiebehörde eingestellt. Diese ist nun zahlungsunfähig. Am Freitag hatte Hanija Abbas vorgeworfen, eine „unheilige Allianz“ mit der internationalen Gemeinschaft einzugehen, um die Hamas zu schwächen. Mitarbeiter des Präsidenten wiesen die Äußerung als inakzeptabel zurück.

Der Iran kündigte am Sonntag eine Finanzhilfe in Höhe von 50 Millionen Dollar für die palästinensische Autonomiebehörde an. Auch Russland will die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Autonomiebehörde unterstützen. Das teilte das Außenministerium in Moskau mit. Über die Höhe der Summe wurden keine Angaben gemacht. Außenminister Lawrow hatte vergangene Woche erklärt, um die Hamas dazu zu bringen, die internationalen Forderungen zu erfüllen, sei eine Zusammenarbeit erforderlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%