Harte Haltung der Regierung angekündigt
Streit zwischen Paris und Stromwerkern wird heftiger

Zwischen der französischen Regierung und den streikenden Gewerkschaften spitzt sich der Konflikt über die Teilprivatisierung des Stromkonzerns EDF zu. Premierminister Jean-Pierre Raffarin kündigte eine harte Haltung der Regierung an.

HB PARIS. Zuvor hatten EDF-Mitarbeiter der Pariser US-Botschaft, französischen Ministerien und dem Schlösschen des Staatschefs Jacques Chirac im Südwesten Frankreichs den Strom abgedreht. „Ja zum Streik, aber Nein zum Streik gegen die Demokratie“, sagte Raffarin in einem TV- Interview. Illegale Handlungen müssten bestraft werden. Die EDF reichte rund 100 Klagen gegen Unbekannt wegen Zerstörungen durch Streikende ein.

Dessen ungeachtet setzten die Gewerkschaften CGT und SUD ihre gezielten Kampfaktionen am Donnerstag fort. In bestreikten Kernkraftwerken wie in Nogent-sur-Seine wurde die Leistung heruntergefahren. Industriekomplexen wie dem Airbus-Werk in Toulouse sowie Regionalsitzen des Unternehmerverbandes wurde kurzzeitig der Strom abgeschaltet. Privatkunden blieben in der Regel verschont, doch mussten in Paris am Donnerstag auch 50 000 Einwohner und Händler zeitweise ohne Strom auskommen. Tags zuvor waren bereits in Touristenzentren wie den Champs-Elysées und am Eiffelturm die Kassen und Computer nach Stromabschaltungen ausgefallen.

Das Parlament debattiert derzeit ein Gesetz zur Umwandlung der Rechtsform der EDF. Sozialisten, Grüne und Kommunisten versuchen das Gesetz unter anderem mit 1800 Änderungsanträgen zu blockieren. Die Gewerkschaften argumentieren, die Reform gefährde den Öffentlichen Dienst und damit die Versorgungssicherheit.

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