Heftige Gegenwehr
Truppen erobern trotz Gegenwehr Zentrum Falludschas

Trotz heftiger Gegenwehr sind die US-geführten Truppen im Irak nach eigenen Angaben am Dienstag bis ins Zentrum der Rebellenbastion Falludscha vorgedrungen. Aufständische versuchten, die Verteidiger Falludschas durch Anschläge und Überfälle in anderen Landesteilen zu entlasten.

HB FALLUDSCHA. Dazu bekannten sich Anhänger des Moslem-Extremisten Abu Mussab Al-Sarkaui. Der El-Kaida-Verbündete ist nach Einschätzung der US-Armee schon vor Beginn der Großoffensive aus Falludscha geflohen. Die Nummer Zwei im US-Armeestab im Irak, Generalleutnant Thomas Metz, geht von heftigen Straßenkämpfen aus, die sich noch über Tage hinziehen könnten. Der Angriff auf Falludscha führte zum Streit in Iraks Übergangsregierung. Eine sunnitisch-moslemische Partei kündigte an, sie werde sich deswegen aus der Regierung zurückziehen. Sunnitische Geistliche riefen zudem zum Boykott der für Januar geplanten Wahlen auf.

Der Kommandeur einer US-Panzerkompanie sprach von erbitterter Gegenwehr der Rebellen im nördlichen Stadtbezirk Dscholan. Einwohner berichteten von heftigen Luftangriffen und ständigen Explosionen. Nach US-Militärangaben kamen bei den Kämpfen zehn US- und zwei irakische Soldaten ums Leben.

Die Bodenoffensive von Truppen der USA und des Irak war durch intensives Panzer- und Geschützfeuer sowie Bombardements aus der Luft vorbereitet worden. Dann begannen US-Marineinfanteristen den Angriff. Die irakischen Soldaten sollten hinter ihnen Waffen beschlagnahmen und die Aufständischen in den Straßen bekämpfen. Die Truppen rechnen damit, dass viele Gebäude und Plätze der Stadt von den Rebellen vermint und mit Sprengfallen gesichert wurden.

Es sei ein großer Fehler, unter der Fahne derer zu kämpfen, die weder Religion noch Menschenrechte respektierten, erklärte der Verband der sunnitischen Geistlichen mit Blick auf die irakischen Soldaten, die an der Seite der USA kämpfen. Außerdem forderte er aus Protest gegen die Offensive in Falludscha zum Boykott der für Januar geplanten ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten im Irak auf. „Die Geistlichen fordern alle ehrenhaften Menschen im Irak auf, die kommenden Wahlen zu boykottiere, die sie auf den Überresten der Toten und dem Blut der Verwundeten der irakische Städte wie Falludscha und anderer abhalten wollen,“ sagte der Generalsekretär des Verbandes, Harith al-Dhari.

In Bagdad erklärte die Irakische Islamische Partei, sie habe sich entschlossen, aus Protest gegen den Angriff auf Falludscha die Übergangsregierung zu verlassen. Es blieb jedoch zunächst unklar, welche Auswirkungen diese Ankündigung hat, denn der einzige Minister, den diese Partei stellt, distanzierte sich davon.

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