Heiße Phase des Wahlkampfs
Heißer Kampf um Japans höchstes Amt

Der Wettbewerb um den Posten des japanischen Premiers geht in die heiße Phase. Innerhalb der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) gehen am Montag fünf Politiker ins Rennen um den Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur. Mit einer dramatischen Inszenierung manövriert sich die Regierungspartei in Umfragen wieder nach vorn.

TOKIO. In TV-Debatten und öffentlichen Auftritten preisen sie ihre Vorzüge. Der parteiinterne Wahlkampf hat jedoch auch strategische Bedeutung, denn innerhalb der nächsten zwei Monate ist eine Neuwahl zu erwarten. Mit der Dramatisierung des Vorwahlkampfs will die LDP Aufmerksamkeit auf sich lenken. "Sie inszeniert eine Pseudokonkurrenz um die Parteiführung und schiebt alle Schuld an der politischen Malaise auf die Opposition", klagt Generalsekretär Yukio Hatoyama von der rivalisierenden Demokratischen Partei (DPJ).

Die LDP hat im Parlament eine Mehrheit. Wer es in der Partei an die Spitze schafft, den wählen die Abgeordneten wenige Tage später in das Amt des Regierungschefs. Der Sieger könnte den Posten bei der Wahl durch das Volk dann aber auch sofort wieder verlieren. "Wenn die DPJ die Unterhauswahl gewinnt, hält das neue Kabinett nur einen Monat", sagt Politologe Yasunori Sone von der Keio-Universität. Er schätzt die Chancen der Opposition für einen Wahlsieg auf 50 Prozent. Als wahrscheinlicher Wahltermin gilt derzeit der 26. Oktober.

Politikwissenschaftler Sone hält Taro Aso für den einzigen Wettbewerber mit echten Chancen. Nur der Politikveteran habe in der Partei das nötige Netzwerk, um die Delegiertenstimmen auf sich zu ziehen. Doch die Mühe der vier Konkurrenten ist nicht umsonst: Es sieht so aus, als ginge die Strategie mit dem lärmenden Vorwahlkampf auf; die Umfragewerte der LDP haben sich verbessert. Sie liegt jetzt zumindest wieder gleichauf mit der DPJ.

Ein bisschen sei diese Strategie auch vom Wettstreit zwischen den US-Demokraten Hillary Clinton und Barack Obama inspiriert gewesen, gibt ein LDP-Mitglied zu. "Wir sollten eine Wahl vermeiden, bei der nur Aso antritt. Es sollte einen lebendigen Wahlkampf mit echter Konkurrenz geben", sagte auch Mitbewerber Nobuteru Ishihara. Der 51-Jährige ist der Sohn des ultrakonservativen Gouverneurs von Tokio, Shintaro Ishihara. Ebenfalls wieder im Rennen ist Yuriko Koike, die bereits kurz als Verteidigungsministerin gedient hat. Sie wäre die erste Regierungschefin Japans.

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