Hilfsprogramm
US-Regierung unterstützt Autozulieferer

Die angeschlagene US-Automobilzuliefererindustrie erhält in einem gesonderten Programm Staatsgarantien über fünf Mrd. Dollar. Die Regierung werde die Begleichung offenener Forderungen durch von Insolvenz bedrohten Autohersteller garantieren, egal was mit diesen passiere, teilte Finanzminister Tim Geithner mit.

NEW YORK. „Das Programm wird einen entscheidenden Teil der US-Autoindustrie im Vorfeld einer schwierigen Restrukturierungsphase stabilisieren“, erklärte Geithner. Profitieren werden von dieser ersten wichtigen Entscheidung der Auto-Task-Force von Präsident Barack Obama jedoch nur die Zulieferer von GM und Chrysler. Ford erklärte, es werde an dem Programm nicht teilnehmen. Der Konzern sei überlebensfähig, hieß es zur Begründung. Die Garantien gelten für Lieferungen nach dem 19. März 2009.

Die US-Autoindustrie ist besonders hart von der Rezession betroffen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres brach der Absatz um fast 39 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 27 Jahren ein. GM und Chrysler erhielten bereits 17,4 Mrd. Dollar an Hilfen, um eine Insolvenz abzuwenden. Die Task-Force des Präsidenten prüft derzeit ihren Antrag auf weitere 22 Mrd. Dollar. Zeitweise sah es so aus, als würde die Regierung eine Insolvenz mit nachfolgender Restrukturierung einer weiteren Kapitalspritze vorziehen. Die gestrige Hilfe für die Zulieferer wurde von den Märkten offenbar als Zeichen dafür interpretiert, dass eine Insolvenz nun weniger wahrscheinlich ist. GM-Aktien stiegen um zwölf Prozent, auch die Papiere der Autozulieferer zogen deutlich an. Chrysler ist nicht börsennotiert und gehört mehrheitlich dem Private Equity-Investor Cerberus.

Die Automobilzulieferer hatten zuvor Hilfen in Höhe von 25 Mrd. Dollar gefordert. Zwei Drittel der 5000 Firmen habe große finanzielle Problemen, hieß es zur Begründung. Die Task Force teilte mit, das neue Programm werde den wichtigsten Zulieferern das überleben garantieren. Die Branche stehe vor einer Konsolidierung. Bis zum 31. März will sich die Expertengruppe zu den Hilfen für GM und Chrysler äußern.

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