Hintergrund
Falludscha: „Stadt der Moscheen“

Die Stadt Falludscha westlich von Bagdad gilt als Hochburg des Widerstandes gegen die USA und die irakische Übergangsregierung. In der überwiegend von sunnitischen Arabern bewohnten Stadt am Euphrat soll außerdem der Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi, der meistgesuchte Terrorist des Landes, zusammen mit bis zu 5 000 anderen militanten arabischen Islamisten Unterschlupf gefunden haben.

HB DÜSSELDORF. Auch Anhänger des gestürzten Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein haben in der mittlerweile von den Amerikanern umzingelten Stadt starken Rückhalt.

Vor dem Irakkrieg war Falludscha wegen seiner mehr als 200 Gotteshäuser vor allem als „Stadt der Moscheen“ bekannt. Das Leben der Menschen wurde von einer strengen islamischen Tradition geprägt. Frauen sieht man in Falludscha auf den Straßen fast nur in langen schwarzen Gewändern. Wie in anderen Städte der Region so profitierten auch die einst etwa 300 000 Einwohner von Falludscha von der langen Herrschaft Saddams, der aus dieser Gegend viele Stützen seines Regimes und Offiziere rekrutierte.

Nach dem Sturz des Diktators war es in der Stadt zunächst relativ ruhig. Der Hass auf die USA entzündete sich an einem Zwischenfall Ende April 2003. Damals erschossen US-Fallschirmjäger mindestens 13 Demonstranten. Einige Prediger hetzten die konservativen Einwohner der Stadt auf, indem sie behaupteten, die US-Soldaten verwendeten Ferngläser, mit denen sie durch die Kleidung der Frauen hindurch sehen könnten. Ein Jahr später war Amerika entsetzt, als ein wütender Mob vier US-Bürger verbrannte und ihre Leichen an einer Brücke aufknüpfte.

Ein Teil der Bewohner hat die Stadt schon während der seit Wochen andauernden Luftangriffe verlassen. In den vergangenen Tagen flohen in Erwartung der US-Offensive erneut Tausende.

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