Historische Wahlniederlage in Österreich
Schüssel verliert Steiermark und Bundesratsmehrheit

Bei der Landtagswahl in der österreichischen Steiermark an diesem Sonntag hat die konservative Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel eine historische Niederlage erlitten. Erstmals seit 60 Jahren verlor die ÖVP nach einer Hochrechnung des Österreichischen Fernsehens ORF die Regierungsmehrheit an die Sozialdemokraten.

HB WIEN. Sie dürften damit künftig den Ministerpräsidenten stellen. Durch die Niederlage in der Steiermark verliert Schüssels ÖVP auch die Mehrheit im österreichischen Bundesrat.

Neben der SPÖ erzielten auch die Kommunisten deutliche Gewinne. Das rechtsnationale „Bündnis Zukunft Österreich“ des Kärntner Rechtspopulisten Jörg Haider verfehlte dagegen den Einzug in den Landtag.

Nach der ORF-Hochrechnung verlor Schüssels ÖVP knapp 9 Prozent und kommt mit rund 38,4 Prozent künftig nur noch auf 24 Mandate (-3) in der 56 Sitze zählenden Kammer. Die SPÖ legte im gleichen Maß zu und kommt bei 41,7 Prozent künftig auf 25 Sitze (plus 6). Auch die Kommunisten (4) und die Grünen (3) dürften im neuen Landtag in Graz vertreten sein.

Dagegen scheiterte das rechtsnationale neue „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ), das der Kärntner Ministerpräsident Jörg Haider erst im April gegründet hatte. Das BZÖ regiert auf Bundesebene zusammen mit Schüssels ÖVP. Haiders frühere „Freiheitliche Partei“ (FPÖ) könnte dagegen trotz schwerer Verluste den Einzug in den Grazer Landtag noch schaffen.

Bei der Wahl waren rund 930 000 Österreicher wahlberechtigt. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird gegen 18.30 Uhr erwartet.

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