Hochrechnungen
Sozialisten gewinnen Wahl in Griechenland

Die Griechen haben den Sozialisten am Sonntag das klare Mandat erteilt, das Land aus der Wirtschaftskrise zu führen. Hochrechnungen zufolge erhielt die Pasok von George Papandreou 44 Prozent der Stimmen.
  • 0

HB ATHEN. Die Pasok-Partei wird damit etwa 160 der 300 Parlamentssitze einnehmen. Für die bislang regierende Neue Demokratische Partei von Kostas Karamanlis stimmten rund 34 Prozent der Wähler. Damit dürften sie etwa 92 Mandate erhalten. Karamanlis räumte am Abend seine Niederlage ein und gratuliert Papandreou. Er hoffe, dass dieser die großen Herausforderungen bewältige, die die gegenwärtigen Umstände mit sich brächten. Viele Griechen warfen den Konservativen vor, unzureichend gegen die Wirtschaftskrise und die Korruption vorgegangen zu sein.

Papandreous Sozialisten haben versprochen, die Krise mit einem Konjunkturprogramm und höheren Steuern für Reiche in den Griff zu bekommen. Den Hochrechnungen zufolge können sie ihr Programm nun mit einer deutlichen Mehrheit im Parlament in Angriff nehmen. Diese Mehrheit lässt auch politische Stabilität erwarten, was in der Wirtschaft des Landes positiv aufgenommen wurde. Ein Unsicherheitsfaktor sei damit ausgeräumt, sagte Panagiotis Dimitropoulos von der Millennium-Bank.

„Ich bin mir sicher, dass wir Griechenland gemeinsam verändern können“, sagte der 57-jährige Papandreou nach seiner Stimmabgabe in Athen. „Wir wollen es, wir können es und wir werden es schaffen.“ „Wir haben die griechischen Wähler mit der Kraft unseres Programms überzeugt“, sagte Theodoros Pangalos, ein ranghoher Pasok-Funktionär im Fernsehen. Der scheidende Ministerpräsident Karamanlis kritisiert die Pläne Papandreous als unrealistisch.

Karamanlis hatte die vorgezogene Parlamentswahl im September nach nur der Hälfte der Legislaturperiode angesetzt. Er hoffte auf bessere Chancen für eine Bestätigung als bei einer Verschärfung der Krise in den kommenden Monaten. 2007 hatten seine Neuen Demokraten die Abstimmung nur mit denkbar knappem Vorsprung für sich entschieden. Neben der Wirtschaftskrise wurde das Vertrauen in die Regierung durch eine Reihe von Skandalen erschüttert. Zudem erlebte Griechenland Ende 2008 die schwersten Krawalle seit Jahrzehnten, als ein 15-Jähriger von einem Polizisten erschossen worden war.

Kommentare zu " Hochrechnungen: Sozialisten gewinnen Wahl in Griechenland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%