Hoffnung auf Erkenntnisse über Netzwerk
Syrische Kämpfer finden tausende Dokumente des IS

Bei einer Offensive auf die von der Terrormiliz IS kontrollierte Stadt Manbidsch haben syrische Rebellen tausende Dokumente gefunden. Das Material soll nun neue Erkenntnisse über die Struktur der Organisation liefern.

Washington Von den USA unterstützte syrische Rebellen haben bei ihrer Offensive auf die syrische Stadt Manbidsch tausende Dokumente des Islamischen Staat (IS) in ihren Besitz gebracht, die nun Erkenntnisse über die Strukturen der Dschihadistenmiliz liefern könnten.

Die syrischen Kämpfer hätten am südlichen und westlichen Rand von Manbidsch Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht und dort die Eingänge zu einem verschlungenen Tunnelsystem des IS entdeckt, teilte das Pentagon am Mittwoch mit.

Wie der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition, Oberst Chris Garver, in Washington ausführte, beschlagnahmten die syrischen Rebellen „mehr als 10.000 Dokumente aus den äußeren Rändern (des Tunnelsystems), darunter Lehrbücher, Propagandaplakate, Handys, Laptops, Karten und digitale Speichermedien“. Die Auswertung dieses Materials laufe noch und werde dabei helfen, die IS-“Netzwerke und Techniken“ besser zu verstehen. Dies betreffe auch das Einschleusen ausländischer Kämpfer nach Syrien und in den Irak.

Die arabisch-kurdische Rebellenallianz Syrische Demokratische Kräfte (SDF) hatte am 31. Mai eine Offensive zur Eroberung von Manbidsch gestartet, traf aber auf starken Widerstand. Die 120.000-Einwohner-Stadt wird seit 2014 vom IS kontrolliert und ist eine wichtige Etappe auf der Nachschubroute von der Türkei zur IS-Hochburg Raka.

Garver teilte überdies mit, die internationale Koalition gegen den IS wolle nun die letzte große Kommunikationsachse des IS zwischen dem Irak und Syrien zerstören. Diese verlaufe durch die Grenzstadt Bukamal im Euphrat-Tal. Derzeit gebe es Gefechte, um die Stadt vom IS zurückzuerobern.

Am Mittwochmorgen hatte die in Großbritannien ansässige und umstrittene Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärt, die Offensive um Bukamal sei fehlgeschlagen. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, versicherte daraufhin, die Kämpfe liefen noch. Die US-geführte Koalition unterstützte die Offensive laut Pentagon-Angaben am Mittwoch mit mehreren Luftangriffen in der Nähe von Bukamal sowie in der Nähe des irakischen Ortes Al-Kaim auf der anderen Seite der Grenze.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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