Humanitäre Hilfe erhöht
Berlin fordert rasches Handeln wegen der Massaker im Sudan

Um Mord und Vertreibung in der westsudanesischen Region Darfur zu beenden, hat die Bundesregierung stärkeren internationalen Druck auf die Regierung in Khartum gefordert.

HB BERLIN. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), sprach am Montag von „einer der schwersten humanitären Krisen weltweit“ und „ethnischen Säuberungen“. Müller warf der sudanesischen Regierung vor, den Konflikt zwischen der arabischen und afrikanischen Bevölkerung zu instrumentalisieren, um den politischen Konflikt mit den Rebellen zu lösen. Diese müsse die arabischen Janjaweed-Milizen stoppen und entwaffnen. Der vereinbarte Waffenstillstand müsse eingehalten werden. Internationale Hilfsorganisationen müssten noch vor Beginn der Regenzeit in etwa vier Wochen freien Zugang in die Krisenregion bekommen.

Die Bundesregierung habe die humanitäre Hilfe für den Sudan auf vier Millionen Euro erhöht, sagte Müller. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) werde die Krise im Sudan auch bei seinen Gesprächen mit der US-Regierung in den kommenden Tagen anschneiden. Die Afrikanische Union (AU) habe die EU um personelle und finanzielle Unterstützung gebeten. Die Bundesregierung unterstütze dies. Die Entsendung deutscher Soldaten stehe aber nicht zur Debatte.

Müller hatte vergangene Woche Flüchtlingslager im Tschad an der Grenze zum Sudan besucht und danach dem UN-Sicherheitsrat berichtet. In den Flüchtlingslagern hielten sich 125 000 Menschen auf, sagte Müller. Die Lager seien am Rande ihrer Aufnahmekapazitäten. In der Krisenregion Darfur irrten rund eine Million Flüchtlinge umher, etwa 10 000 Menschen seien bereits getötet worden. Vom UN-Sicherheitsrat forderte Müller eine „deutliche Erklärung“.

Im Süden des Sudans überfielen derweil nach unbestätigten Berichten Milizen ein Lager von Rinderhirten und töteten mehr als 200 Menschen. Etwa 70 Menschen seien nach Angaben der lokalen Behörden verletzt, sagte ein UN-Sprecher in Nairobi. Hilfsorganisationen hätten derzeit auch keinen Zugang zu der Region nahe der Grenze zu Äthiopien, die unter Kontrolle der Rebellenbewegung SPLA steht.

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