Humanitäre Hilfe
UN fordert Kriegspause in Libyen

Mit jedem Tag steigen die Opferzahlen des Libyen-Konflikts. Darum fordern die Vereinten Nationen nun eine Unterbrechung der Kampfhandlungen, um Wasser und Lebensmittel in besonders bedrohte Gebiete liefern zu können.
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GenfDie Vereinten Nationen fordern in Libyen eine „humanitäre Pause“ bei den Kriegshandlungen. Darauf hat am Dienstag der für Libyen zuständige Koordinator des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha), Panos Moutzis, verwiesen. „Wir brauchen die Möglichkeit, etwa (die umkämpfte Stadt) Misrata zu Land und zu Wasser zu erreichen“, sagte Moutzis.

Die Hilfsorganisationen würden sich um die Menschen kümmern, Hilfsmaterial und Lebensmittel in die Stadt bringen und dann wieder abziehen. „Je länger diese Krise dauert, desto mehr zählt jeder Tag und jede Minute“, sagte der Koordinator.

Nach diesen Angaben sind seit Ausbruch der gewalttätigen Auseinandersetzungen 750.000 Menschen aus Libyen geflohen. Etwa 250.000 gelten im Land als Vertriebene. Ihnen müsse dringend geholfen werden. Misrata sowie die westlichen Berggebiete seien dabei die größte Sorge, weil dort die Not am größten sei, sagte Moutzis.

Nach Erkenntnissen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kehren zahlreiche Flüchtlinge nach Libyen zurück, um auf einem Schiff einen Platz für eine Fahrt nach Europa zu suchen. Damit werde mit Billigung der libyschen Behörden eine Route geöffnet, die vor zwei Jahren nach einem Abkommen Libyens mit Italien geschlossen worden war.

UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming verwies darauf, dass etwa 6000 Menschen vornehmlich aus Somalia und Eritrea, die derzeit an der Grenze zu Ägypten und Tunesien lebten, darauf warteten, irgendwo angesiedelt zu werden. Dazu kämen 2000 aus Kairo. Bisher seien aber nur 900 Plätze von elf Ländern angeboten worden, die meisten in den USA. „Selbst wenn man durch eine Konfliktzone wieder durch muss, um auf diese Boote zu kommen, bedeutet das für viele Menschen eine Chance, von Afrika wegzukommen“, sagte Fleming.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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