Immer mehr Ausländer in Geiselhaft
Blutiger April im Irak

Der April ist bereits jetzt der verlustreichste Monat für die Besatzungsarmee seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen im Mai 2003. Seit Monatsbeginn sind bei Kampfhandlungen im Irak 70 US-Soldaten getötet worden. Aufständische haben erneut weit über ein Dutzend Ausländer als Druckmittel verschleppt, im Laufe des Montags jedoch sieben Chinesen wieder freigelassen.

HB BAGDAD. Am Osterwochenende wurde immer mehr zur Gewissheit, dass bei einem Rebellenangriff am Rande der umkämpften Stadt Falludscha höchstwahrscheinlich zwei Beamte der deutschen Elitetruppe GSG-9 ums Leben gekommen sind. Nach einem Feuerüberfall in einem Bagdader Vorort auf einen Konvoi werden zwei US-Soldaten und sieben Mitarbeiter einer privaten Versorgungsfirma vermisst. Die japanische Regierung versuchte weiter, das Leben von drei Geiseln zu retten.

Die sieben Chinesen, die in Falludscha festgehalten wurden, kamen am Montag wieder frei. Zwei von ihnen seien durch einen Unfall verletzt worden, während die anderen gesund seien, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf einen chinesischen Diplomaten. Bei den Chinesen im Alter von 18 bis 49 Jahren handelt es sich nach offiziellen Angaben um „Bauern“ aus dem Kreis Pingtan in der südchinesischen Küstenprovinz Fujian, die „für private Zwecke“ ins Ausland gegangen seien.

Die beiden BGS-Mitarbeiter wollten am vorigen Mittwoch Kollegen in der deutschen Botschaft in Bagdad ablösen. Nach einem Bericht der britischen Zeitung „Sunday Telegraph“ raste die Autokolonne durch eine Straßensperre irakischer Aufständischer. Die Iraker hätten daraufhin auf die Fahrzeuge gefeuert und die Reifen des letzten Wagens - das war das Auto der Deutschen - getroffen. Dadurch sei das Fahrzeug von der Straße abgekommen und vor einer ehemaligen Schule stehen geblieben. Dort seien die beiden Männer erschossen worden.

Auch am Wochenende kam es wieder zu Zusammenstößen zwischen Rebellen und Besatzungstruppen mit mindestens sechs Toten auf Seiten der USA. Insgesamt kamen seit Monatsbeginn nach Angaben der US-Armee 70 Soldaten ums Leben. Damit ist der April seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen im Mai 2003 der bislang verlustreichste Monat für die Besatzungsarmee. Die Zahl der irakischen Opfer schätzte US- General Mark Kimmitt in Bagdad auf „etwa zehn Mal so viel“.

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