«In das Haus des Herrn zurückgekehrt»
Papst Johannes Paul II. ist tot

Der Papst ist gestorben. Er erlag um 21.37 Uhr in seinen Gemächern in Rom seinen Leiden. Überall auf der Welt läuteten die Kirchenglocken, als die Nachricht bekannt wurde.

Papst Johannes Paul II. ist tot. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche starb am Samstagabend in Rom im Alter von 84 Jahren. Das teilte der Vatikan mit.

Der Kämmerer des Vatikan, Eduardo Martinez Somalo, stellte den Tod offiziell fest. Dann wurde Johannes Paul II. der Fischering, das Symbol der päpstlichen Macht, abgenommen. Damit ist das Pontifikat des Polen nach 26 Jahren beendet.

Der Gesundheitszustand des aus Polen stammenden Karol Wojtyla hatte sich seit Donnerstag dramatisch verschlechtert. Mehr als 50.000 Menschen harrten auch am Samstagabend auf dem auf dem Petersplatz aus, um für das Kirchenoberhaupt zu beten und auf die Todesnachricht zu warten. Sie reagierten mit großer Trauer, als es hieß, der Papst sei um 21.37 Uhr in seinen Gemächern gestorben.

«Um 21.37 Uhr ist unser Heiliger Vater in das Haus des Herrn zurückgekehrt», sagte Erzbischof Leonardo Sandri. Die Menschen auf dem Petersplatz spendeten als Anerkennung für den Toten langen Applaus. Viele weinten hemmungslos.

In Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt begannen die Kirchenglocken zu läuten, als die Nachricht bekannt wurde. Im Heimatland des Papstes, Polen, wurden zudem Sirenen eingeschaltet. «Es ist vollbracht», sagte ein Nachrichtensprecher spürbar betroffen.

In Lateinamerika versammelten sich Hunderttausende in Kathedralen und Kirchen und beteten für den Verstorbenen. Zahlreiche Menschen brachten ihre Dankbarkeit für das Wirken von Papst Johannes Paul II. gerade in den armen Ländern Südamerikas zum Ausdruck. Das katholische Kirchenoberhaupt hatte Lateinamerika mehrfach besucht.

In Argentinien rief Präsident Nestor Kirchner eine dreitägige Staatstrauer aus. Ähnliche Schritte wurden in anderen Ländern Lateinamerikas erwartet. Insgesamt leben dort rund 475 Millionen Katholiken.

In Rom hielt Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano auf dem Petersplatz ein Gebet. Die Totenglocke war zu hören.

Johannes Paul II., der 264. Papst der Kirchengeschichte, war seit vielen Jahren schwer krank. Er litt an der Parkinson-Krankheit und den Folgen des Attentats im Jahr 1981.

Der Vatikan und die Stadt Rom bereiten sich nun auf die zehntausenden Gläubigen vor, die zur Beisetzung erwartet werden. Auf dem Petersplatz begannen Arbeiter schon am Samstagnachmittag, den Baldachin abzubauen, der den Papst auf den Stufen zum Petersdom bei Freilichtmessen vor der Sonne schützen sollte.

Die Vatikan-Post kündigte an, nach dem Tod von Johannes Paul II. eine Sonderbriefmarke herauszugeben. Sie gelte nur bis zur Wahl eines Nachfolgers. Traditionsgemäß sind auf der so genannten Sedisvakanz-Briefmarke zwei gekreuzte Schlüssel zu sehen, nicht aber die Kopfbedeckung des Papstes. Zuletzt war eine derartige Sondermarke 1978 nach dem Tod von Johannes Paul I. erschienen.

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