Innenminister Sarkozy soll Superminister werden - Premier Raffarin bekommt eine Gnadenfrist bis zu den Europawahlen
Chirac wechselt die Minister aus

Nach der verheerenden Wahlniederlage der regierenden Konservativen bei den Regionalwahlen sind die ersten Personalentscheidungen in Paris gefallen: Frankreichs populärer Innenminister Nicolas Sarkozy wird neuer Wirtschafts- und Finanzminister mit erweiterten Kompetenzen und löst damit Francis Mer ab.

ali PARIS. Dies erfuhr aus Regierungskreisen die französische Wirtschaftszeitung „La Tribune“, die Partnerzeitung des Handelsblatts. An seinem Premierminister Jean-Pierre Raffarin hält Frankreichs Staatschef Jacques Chirac indes fest. Raffarin soll jedoch mit einer erneuerten Regierungsmannschaft die nächsten Reformen in Angriff nehmen. Offiziell wird die neue Ministerriege heute vorgestellt.

Sorkozy soll unter anderem neben der Wirtschafts- und Finanzpolitik noch für die geplante Staatsreform zuständig sein. Als sein Nachfolger für das Innenministerium ist der derzeitige Außenminister Dominique de Villepin im Gespräch. Neuer Außenminister wird den Planungen zufolge der derzeitige EU-Kommissar Michel Barnier. Seinen Posten in Brüssel übernimmt der derzeitige Fraktionschef der regierenden UMP im französischen Parlament, Jacques Barrot.

Schon am Dienstag ließen Äußerungen von Vertrauten Raffarins darauf schließen, dass der parteilose Finanzminister Francis Mer ausgetauscht wird. „Die neue Regierung wird aus einer sehr politischen Mannschaft bestehen von Männern und Frauen, die echte Erfahrung haben im öffentlichen Leben“, erklärte Dominique Bussereau, Staatssekretär für Transportfragen und enger Vertrauter des Premierministers. Mer war vor seiner Berufung zum Minister Manager der Stahlindustrie und kam als Seiteneinsteiger in die Regierung.

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