Integration
Schweden kommt besser mit Flüchtlingen klar

Wie ist mit Flüchtlingen umzugehen? Eine Frage, auf die Schweden laut Experten eine bessere Antwort als Deutschland gefunden hat. Integrationserfolge lassen sich detailliert vorweisen – auf Kosten des Datenschutzes.

BerlinDie schwedischen Behörden haben nach Einschätzung von Experten einen wesentlich besseren Überblick über Lebensweise und Integrationserfolge von Flüchtlingen als in Deutschland. „Schweden hat ein wesentlich besseres Beobachtungssystem für die Flüchtlinge“, sagte der Leiter der Migrationsabteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Thomas Liebig, am Montag in Berlin bei einem Pressegespräch des Mediendienstes Integration.

Das hängt seinen Angaben zufolge damit zusammen, dass jeder Asylbewerber, der eine Aufenthaltserlaubnis erhält, eine Identifikationsnummer erhält. Diese müsse er ständig vorweisen, erklärte Bernd Parusel vom schwedischen Migrationsamt – bei der Anmeldung eines Telefonanschlusses, für die Eröffnung eines Kontos oder für die Behandlung im Krankenhaus. In Deutschland würde dies wohl aus Datenschutz-Gründen gesellschaftlich nicht akzeptiert werden, sagte Liebig.

In Deutschland gebe es zwar bereits punktuell gute Integrationshilfen für Geflüchtete, fügte er hinzu. Pilotprojekte, die gut funktionierten, würden jedoch bisher nicht flächendeckend umgesetzt. Außerdem fehlten belastbare Daten für die Beschäftigung von Flüchtlingen.

In Schweden, wo es ein zweijähriges Integrationsprogramm gibt, hatte von den Flüchtlingen, die 1999 kamen, etwa die Hälfte nach acht Jahren einen Job gefunden. 2016 haben 17 Prozent der Asylbewerber in Schweden ihren Antrag zurückgezogen, aus Heimweh oder weil für erwachsene Kriegsflüchtlinge der Familiennachzug abgeschafft worden war.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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