Investitionen trotz Schulden
Keynes soll Österreich aus der Krise führen

Österreich stellt sich auf einen drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Staatsverschuldung ein. Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) sprach in Wien bei der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts von "dramatischen Zahlen", die auf die Alpenrepublik zukämen. Doch Gegenmaßnahmen sind bereits in Planung.

WIEN. Österreich könnte im nächsten Jahr mehr als 300 000 Arbeitslose haben - eine Zahl, die es zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg gab. Die Staatsschulden werden laut Prognose 2010 auf eine Rekordquote von 78,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen.

Österreich spürt jetzt immer stärker den weltweiten Konjunkturabschwung. Das Land hat eine offene Volkswirtschaft und ist wie Deutschland stark von den Exporten abhängig. Außerdem spüren die österreichischen Unternehmen die Krise in Osteuropa - das Terrain, auf dem sich das Land in den vergangenen Jahren besonders erfolgreich bewegt hatte. Österreichs Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich um vier Prozent schrumpfen, 2010 könnte ein schwaches Wachstum von 0,5 Prozent möglich sein.

Die Regierung in Wien hofft, dass sie die Folgen der Krise mit Konjunktur- und Beschäftigungsprogrammen abfedern kann. "Wir arbeiten klassisch nach Keynes und ziehen Investitionen vor", sagte Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). 1,8 Prozent des BIP gebe das Land in diesem Jahr für staatliche Programme zur Konjunkturankurbelung aus, Österreich liege in Europa damit auf Platz zwei. Der Minister sieht erste Anzeichen dafür, dass die Talfahrt gestoppt sein könnte. Der Wiederaufstieg werde jedoch "langsam und holprig".

Mitterlehner deutete an, dass die Wiener Regierung von Herbst an mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen rechnet: "Jetzt im Sommer ist die Stimmung noch gut, dass könnte sich zum Herbst aber ändern", sagte der Minister. Im europäischen Vergleich ist die Erwerbslosigkeit noch gering: 230 000 Österreicher waren Ende Juni ohne Arbeit, was einer Quote von 4,2 Prozent entspricht. Deutschland liegt schon bei 8,3 Prozent.

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