Investitionsstandort Indien
Großes Potenzial für deutsche Firmen

Indien rückt zunehmend aus dem Schatten Chinas und gewinnt als Markt sowie als Investitionsstandort an Bedeutung. Das wurde auch bei der zweiten vom Handelsblatt ausgerichteten Indien-Konferenz deutlich. Für deutsche Unternehmen ergeben sich riesige Geschäftschancen. Doch viele Firmen fürchten Hindernisse.

BERLIN. „Indien strebt in die internationale Spitzenklasse“, sagte Jürgen Hambrecht am Mittwoch in Berlin. Das Land sei „unaufhaltsam auf dem Weg zu Wirtschaftsmacht des 21. Jahrhunderts“, urteilte der BASF-Chef und Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Die Chancen, die aus dem Aufstieg des zweiten asiatischen Riesen nach China erwachsen, standen beim Auftakt der zweiten vom Handelsblatt ausgerichteten Indien-Konferenz im Mittelpunkt.

Zwar mahlen die Mühlen der Bürokratie zu langsam, kritisierte Hambrecht. Aber in Zukunftsbranchen wie der Informationstechnologie setze das Land längst globale Standards. Die Renaissance seiner verarbeitenden Industrie werde nicht „von vielen billigen Händen getragen sondern von der Kraft vieler guter Köpfe“. Indiens schneller Wandel findet für Hambrecht in weiten Teilen der deutschen Industrie jedoch nicht ausreichend Beachtung.

Die Frage „Indien oder China“ stelle sich längst nicht mehr, aber in Indien hinkten viele Deutsche weiterhin hinterher, sagte Hambrecht. Trotz deutlicher Zuwachsraten in jüngster Zeit entfielen bis zum Vorjahr nur 0,3 Prozent aller deutschen Auslandsinvestitionen auf das Land mit über einer Milliarde Einwohner. Als Ziel deutscher Exporte belegt es nur Rang 36. Dabei winken Deutschland große Vorteile durch tiefere Verflechtungen mit einer extrem jungen, bevölkerungsreichen Nation, welche sich von einer rückständigen Agrarnation zu einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft aufschwingt. Besonders in Branchen wie Biotechnologie, Pharma und Informationstechnologie, wo Innovation über die Zukunft entscheidet, sieht Hambrecht Forschungspartnerschaften mit Indien als Schlüssel zum Erfolg.

Indiens Botschafterin Meera Shankar rief Investoren auf, sich von der „Kakophonie ständiger Diskussionen“ in der größten Demokratie der Welt nicht ablenken zu lassen. Reformen ließen sich dort nicht wie in totalitären Staaten als Schocktherapie durchsetzen. Dafür beruhe die schrittweise Liberalisierung der Wirtschaft auf einem breiten Konsens, und an der Grundrichtung der Reformen werde keine Parteienkoalition rütteln. „Indiens Boom ist kein Strohfeuer“, erklärte Shankar. Ihr Land erlebe eine Explosion unternehmerischer Energie.

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