Irak
El-Kaida droht mit Entführung von Ausländern

El-Kaida im Irak plant offenbar neuen Terror. Der irakische Arm der Extremistenorganisation rief seine Anhänger dazu auf, massenhaft Ausländer zu entführen. Dadurch könne ein bestimmtes Ziel erreicht werden.

HB DUBAI. Es solle die Freilassung eines Muslim-Geistlichen aus US-Haft erzwungen werden, hieß es am Donnerstag auf einer Internetseite, die häufig von den Extremisten genutzt wird. Bei dem Geistlichen handelt es sich um den Ägypter Omar Abdel-Rahman, der in den USA im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf das World Trade Center von 1993 einsitzt.

In der Tonbotschaft forderte der irakische El-Kaida-Anführer Abu Hamsa al-Muhadschir alle „Heiligen Krieger im Irak“ auf, im muslimischen Fastenmonat Ramadan Christen gefangen zu nehmen, „um unseren Scheich zu befreien“. Den USA warf er vor, Abdel-Rahman in der Haft zu foltern.

Im Irak wurden seit dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein im April 2003 häufig Ausländer entführt, darunter auch drei Deutsche, die wie zahlreiche andere wieder freikamen. Andere Geiseln wurden von ihren Entführern getötet. Die irakische El-Kaida veröffentlichte dabei Videos von der Enthauptung ihrer Opfer.

Muhadschir rief auch zu Angriffen auf US-Militärstützpunkte auf und dabei auch unkonventionelle Waffen wie Bio-Waffen und so genannte schmutzige Bomben einzusetzen - mit radioaktivem Material bestückte Sprengsätze. Zudem bot er allen Irakern, die mit den US-geführten Truppen zusammengearbeitet haben, eine Art Generalamnestie an. „Wir verzichten auf unser Recht, Rache zu nehmen, für das Blut, dass durch eure Hände und euren Verrat vergossen wurde.“

Seinen Worten zufolge kamen im Kampf gegen die ausländischen Truppen und die von den USA gestützte und den Schiiten dominierte Regierung bislang mehr als 4000 ausländische Extremisten und noch mehr irakische Rebellen ums Leben. Muhadschir ist der Nachfolger des Jordaniers Abu Mussab al-Sarkawi, der im Juni von US-Truppen im Irak getötet wurde.

Al Kaida stellt eine der größten der überwiegend sunnitischen Rebellengruppen im Irak und ist für einige der schwersten Anschläge verantwortlich. Die US-Geheimdienste haben nach Angaben eines ihrer Mitarbeiter mit einer Botschaft der Gruppe zu Ramadan gerechnet. „Sie wollten irgendetwas herausbringen, um ihre Position zu stärken und zu zeigen, dass El-Kaida auch nach dem Tod von Sarkawi weitermacht.“

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