Irak
Massenhinrichtung durch IS-Miliz

Anhänger des selbst ernannten Islamischen Staats sollen mehr als hundert Sunniten eines verfeindeten Stamms hingerichtet haben. Die Tötungen geschahen demnach in der westirakischen Provinz Anbar.
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KairoDie Terrormiliz Islamischer Staat hat innerhalb von drei Tagen in einem irakischen Dorf zwei Massaker mit 100 Toten verübt. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen, deren Informationen von einem Beamten des Gouverneursamts der Provinz Anbar bestätigt worden seien.

Ein ranghoher Vertreter des Stammes Al Bu Nimr, Scheich Naim al-Gaoud, sagte, IS-Terroristen hätten am Sonntag in dem Dorf Ras al-Maa mindestens 40 Männer, sechs Frauen und vier Kinder in einer Reihe aufgestellt und dann einen nach dem anderen erschossen. 17 Stammesmitglieder seien aus dem nördlich der Provinzhauptstadt Ramadi gelegenen Dorf vom IS verschleppt worden.

Am Samstag hatte ein Kommunalpolitiker mitgeteilt, dass die Terrormiliz am Freitagabend im selben Dorf ebenfalls 50 Männer und Frauen des Stammes in einer Reihe aufgestellt und erschossen habe. Die Extremistengruppe habe ihnen vorgeworfen, nach ihrer Vertreibung aus ihren Häusern Vergeltung gegen IS-Kämpfer geübt zu haben.

„Diese Tötungen finden nun täglich in vom Islamischen Staat kontrollierten Gebieten statt und sie werden weitergehen, bis diese Terrorgruppe gestoppt ist“, sagte Stadtrat Faleh al-Issawi. Ein Beamter im Büro des Gouverneurs bestätigte auch hierzu die Opferzahl. Am Donnerstag hatte es in Anbar den Angaben zufolge ein weiteres Massaker mit 48 Toten gegeben. Die Terrormiliz hat einen großen Teil der Provinz Anbar unter ihre Kontrolle gebracht und in den von ihr eroberten Gebieten im Irak und Syiren ein Kalifat ausgerufen.

Bei den Opfern handele es sich um Mitglieder des sunnitischen Al-Bu Nimr-Stammes, sagte eine irakische Sicherheitsbeamtin aus der Region. Der Stamm Al-Bu Nimr gehört zu den Verbündeten der irakischen Regierung im Kampf gegen die IS-Dschihadisten. Obwohl selbst sunnitisch, unterstützt der Stamm auch schiitische Milizen. Die sunnitisch-extremistische IS-Miliz verfolgt den Stamm daher mit besonderer Härte. Seit dem Vorstoß der Dschihadisten in den Irak sind Sunniten und Schiiten im Land stärker denn je gespalten.

Die westlich der Hauptstadt Bagdad gelegene Provinz Anbar gehört zu den am härtesten umkämpften Gebieten des Iraks. Nach Angaben von Al-Sumaria hält der IS noch rund 125 Mitglieder des Al-Bu Nimr-Stammes nördlich der Provinzstadt Ramadi als Geiseln.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Warum schweigt der Islamfreund Gauck dazu???

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