Irak-Politik der USA
Schiiten-Führer: USA sollen vorerst im Irak bleiben

Der einflussreiche Schiitenführer Abdul Asis al Hakim hat US-Präsident George W. Bush gebeten, die amerikanischen Truppen vorerst nicht aus dem Irak abzuziehen. Außerdem forderte er ein härteres Vorgehen gegen sunnitische Rebellen. Auch die Rolle seiner eigenen Glaubensgruppe stellte er klar.

HB WASHINGTON. Nach einem Treffen mit Bush im Weißen Haus sagte Al Hakim am Montag, sie müssten die irakischen Sicherheitskräfte in die Lage versetzen, den Terrorismus selbst bekämpfen zu können. „Der Irak sollte in der Lage sein, die Probleme des Iraks zu lösen“, erklärte er nach dem mehr als einstündigen Gespräch. Sein Land begrüße auch die Hilfe anderer Staaten, auch aus dem Nahen Osten, doch dürften sie nicht den politischen Prozess im Irak umgehen.

Bush sagte, man habe über die Notwendigkeit gesprochen, der irakischen Regierung so schnell wie möglich die Mittel dafür zu verschaffen. Er zeigte sich unzufrieden über die Eskalation der Gewalt im Irak. Die USA seien mit den Fortschritten bei den Bemühungen um ein Ende des Blutvergießens nicht zufrieden, sagte der Präsident, der das Gespräch mit Al Hakim als sehr konstruktiv bezeichnete. Er habe dem schiitischen Politiker und Ministerpräsident Nuri al-Maliki die weitere Unterstützung der USA zugesichert.

Abdul Asis al-Hakim forderte zudem die USA zu einem schärferen Vorgehen gegen Aufständische in seinem Land auf. Nur so könne die Gefahr eines Bürgerkrieges abgewandt werden, sagte er. Die Schläge der multinationalen Truppen im Irak gegen die von Sunniten geführten Rebellen seien nicht hart genug. Der Schiiten-Führer stritt ab, dass seine Glaubensgruppe die Gewalt gegen Sunniten schüre.

Bush lobte Hakim für dessen „starke Position gegen den Mord an Unschuldigen“. Hakims Besuch in den USA wurde von Experten als Signal gewertet, dass Bush eine direktere Rolle in der Bekämpfung der religiös bedingten Gewalt in dem Golfstaat übernehmen will. In Kürze sollen dem US-Präsidenten die Vorschläge der unabhängigen Expertenkommission, der so genannten Baker-Gruppe, über einen möglichen Strategiewechsel im Irak vorgelegt werden. Einer der Vorsitzenden dieser Kommission ist der frühere US-Außenminister James Baker.

Hakim ist Vorsitzender des Obersten Rates der Islamischen Revolution im Irak (Sciri). Sie wurde 1982 im Iran gegründet und gehört zur Vereinigten Allianz, einer Gruppe schiitischer Parteien, die im irakischen Parlament die Mehrheit stellt. Zu dem bewaffneten Zweig der Sciri, den Badr-Brigarden, sollen auch Todesschwadronen gehören, die Anschläge auf Sunniten im Irak verüben. Die Gruppe bestreitet dies.

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