Iran will erwartete UN-Resolution zu Atomprogramm ignorieren
US-russische Kooperation soll Iran isolieren

Der Iran lässt auch unmittelbar vor Ablauf des Ultimatums der UN im Atomstreit keinen Zweifel daran, dass das Land an den Plänen festhält. US-Außenministerin Rice hat den Sicherheitsrat für diesen Fall zum Handeln aufgefordert. Zugleich arbeitet Washington hinter den Kulissen an Plan B.

HB WASHINGTON. Danach wollen die USA Kreisen zufolge Russland mit einem Atomenergie-Abkommen von seiner engen Kooperation mit dem Iran abbringen. Ein solches Geschäft würde der russischen Führung zeigen, dass der US-Markt in diesem Bereich viel mehr zu bieten habe als der der Islamischen Republik, erklärten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag. Die Gespräche liefen seit etwa zwei Monaten, noch sei aber keine Einigung bei dem sensiblen Thema erzielt worden, hieß es.

Sollte es tatsächlich zu einer Nuklear-Zusammenarbeit der beiden Länder kommen, wäre dies eine Kehrtwende in der US-Außenpolitik. Bislang untersagt die Führung in Washington die meisten Geschäfte dieser Art. Hintergrund ist die Schlüsselrolle Russlands bei der Errichtung des 800-Millionen-Dollar- Atomkraftwerks im iranischen Buschehr. Russland wiederum verteidigte seine Zusammenarbeit mit dem Iran stets mit dem Verweis auf wirtschaftliche Gründe. Aus dem selben Grund liefert Russland auch konventionelle Waffen an das Land.

Die USA bemühen sich derzeit verstärkt darum, die Regierung in Moskau dazu zu bewegen, den engen Schulterschluss mit dem Iran aufzugeben. Die Führung in Teheran weigert sich bislang, internationalen Forderungen nach einem Stopp der Urananreicherung nachzukommen. Der Westen befürchtet, dass der Iran heimlich ein Atomwaffenprogramm verfolgt, was das Land indes bestreitet. Der UN-Sicherheitsrat, der im äußersten Fall Sanktionen verhängen könnte, ist in den Fall eingeschaltet und wartet derzeit auf einen neuen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Dieser wird für Freitag erwartet.

Nach Ansicht von Rice steht dabei die Glaubwürdigkeit des UN-Sicherheitsrat auf dem Spiel. Das Gremium müsse jetzt eine Entscheidung treffen, „um glaubwürdig zu bleiben“, sagte Rice beim Treffen der Nato-Außenminister am Donnerstag in Sofia. „Sein Wille und seine Worte dürfen nicht ignoriert werden.“ Der Iran habe sich offensichtlich entschieden, nicht auf die Forderungen der Weltgemeinschaft einzugehen und an seinem Atomprogramm festzuhalten.

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