Iranischer Konsul Fereidun Jahani wieder frei
Hoffnung für italienische Geiseln

Für die beiden im Irak verschleppten Italienerinnen gibt es wieder Hoffnung. „Nach den mir verfügbaren Informationen leben die beiden jungen Frauen noch“, sagte der jordanische König Abdullah II. der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera".

HB BAGDAD. Jordanien versuche, den Aufenthaltsort der vor drei Wochen verschleppten 29-jährigen Frauen zu erkunden. Indes gingen die Bemühungen für die Freilassung der anderen drei europäischen Geiseln - eines Briten und zweier französischer Journalisten - weiter. Die Familie des entführten Briten Kenneth Bigley (62) appellierte erneut an Ministerpräsident Tony Blair, sich für die Geisel einzusetzen.

Der Anfang August im Irak entführte iranische Konsul Fereidun Jahani ist dagegen wieder frei. Das sagte die iranische Vertretung in Bagdad am Montag dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira. Der Konsul halte sich in der Botschaft in Bagdad auf, hieß es.

Die Irakische Zeitung „Al-Sabah Al-Jadid“ hatte am 8. September berichtet, der von der Extremistengruppe Islamische Armee im Irak verschleppte Diplomat werde gemeinsam mit den beiden entführten französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot in nahe der südlich von Bagdad gelegenen Kleinstadt El Mahmudija festgehalten. Die Journalisten sind noch in der Hand der Kidnapper.

Der Bruder des entführten Briten Bigley erklärte, Premierminister Blair solle die Entführer in einem Fax an den Sender El Dschasira um Gnade bitten. „Senden Sie eine Botschaft an El Dschasira“, sagte Paul Bigley in einem BBC-Fernsehinterview. „Sie müssen nicht mit Verbrechern verhandeln, das habe ich nie verlangt.“

Ein einziges Schreiben reiche möglicherweise, um das Leben seines Bruders zu retten, sagte der in Amsterdam lebende Paul Bigley. „Ich bin sicher, dass mein Bruder noch am Leben ist“, wiederholte er, bestritt jedoch Berichte, wonach er in E-Mail-Kontakt mit den Entführern stehen soll.

Bigley war vor zehn Tagen zusammen mit zwei amerikanischen Bauingenieuren in Bagdad entführt worden. Die von dem Jordanier Abu Mussab el Sarkawi angeführte Terrorgruppe enthauptete die beiden Amerikaner und drohte damit, Bigley ebenfalls zu ermorden. Die Gruppe stellte ein Video ins Internet, in dem Bigley Blair anfleht, die Forderung der Geiselnehmer zu erfüllen und weibliche Gefangene im Irak freizulassen.

Ein im Irak entführter Schwede ist nach elf Tagen Gefangenschaft und der Zahlung von 50 000 Dollar Lösegeld wieder frei. Wie der als Exil-Iraker aus Schweden in seine Heimat zurückgekehrte Abbas Ridha am Montag im TV-Sender SVT bestätigte, stand hinter der Entführung ausschließlich die Erpressung von Geld als Motiv.

„Meine Familie hat die 50 000 Dollar zusammengebracht, und nun bin ich allen dieses Geld schuldig“, sagte Ridha. Seine Entführer hätten zunächst eine Million Dollar verlangt, aber nach anderthalb Wochen begriffen, dass ihre Forderung unrealistisch war.

Einzelheiten seiner elf Tage in der Gewalt der Verbrecher wollte Ridha aus Angst vor weiteren Gewaltakten nicht schildern. Die Behandlung sei „nicht gut“ gewesen.

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