Iranischer Präsident bei Chirac
Chatami sieht Fortschritte bei Atomgesprächen

Der iranische Präsident Mohammed Chatami erwartet „deutliche Fortschritte“ am 29. April bei den Gesprächen mit den Europäern über das umstrittene Atomprogramm Teherans.

HB PARIS. „So nahe wie heute waren wir schon lange nicht an einer Lösung“, sagte Chatami nach einem Gespräch mit Präsident Jacques Chirac am Dienstag in Paris. „Ich glaube, wir haben positive Schritte gemacht. Iran hat einen umfassenden Plan zur Regelung dieses Problems vorgeschlagen.“ Die Europäer und „insbesondere Frankreich“ hätten den Vorschlag „sehr offen“ aufgenommen.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen im Namen der EU, Iran zu einem völligen Verzicht auf die Uran-Anreicherung zu bewegen. Teheran ist nur bereit, die Anreicherung „auszusetzen“. Es sei unannehmbar, dass versucht werde, Teheran mit Druck zu einem völligen Verzicht auf die Uran-Anreicherung zu zwingen, sagte Chatami dem „Figaro“ (Dienstag-Ausgabe). Iran wolle eine objektive Garantie geben, keine Kernwaffen zu entwickeln, und dafür Garantien für seine Sicherheit und Entwicklung erhalten.

Chatami war offiziell zu einer UNESCO-Konferenz zum Dialog der Kulturen nach Paris gereist. In einer Rede auf der Konferenz verglich Chatami den islamischen Terrorismus mit der US-Kriegspolitik. Er verurteile Terrorismus und Krieg gleichermaßen, sagte er. „In beiden Fällen hält man sich für das Zentrum der Welt und versucht, seine Weltsicht der übrigen Menschheit aufzuzwingen.“ Vorwand für die Gewalt seien „in beiden Fällen heilige Werte.“ Am Freitag nimmt Chatami in Rom an der Beisetzung von Papst Johannes Paul II. teil, wo auch US-Präsident George W. Bush zugegen sein wird.

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