Irans Atomprogramm
Lösung in sechs Monaten „nicht unrealistisch“

Die Verhandlungen über Irans Atomprogramm in Wien stehen offenbar unter guten Vorzeichen: Die diplomatischen Floskeln scheinen Fortschritte zu signalisieren. Die EU-Außenbeauftragte will später Einzelheiten bekanntgeben.
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WienAuf dem Weg zu einer Lösung des Streits um das iranische Atomprogramm verbreiten die Verhandlungspartner vorsichtigen Optimismus. Die Gespräche zwischen den fünf UN-Vetomächten (USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschland (5+1-Gruppe) mit dem Iran verliefen in einer ausgesprochen guten Arbeitsatmosphäre, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Mittwoch. „Unser gemeinsames Ziel ist, das Eis zu schmelzen und alle Missverständnisse zu bereinigen“, sagte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Wien. Eine Lösung innerhalb von sechs Monaten sei nicht unrealistisch.

Die Gespräche wurden am Mittwochabend auf Expertenebene beendet. Die EU-Außenbeauftragte, die an der Spitze der 5+1-Gruppe verhandelt, muss an diesem Donnerstag zu einer Sondersitzung der EU-Außenminister wegen der Krise in der Ukraine nach Brüssel fliegen. Vorher wird sie voraussichtlich zunächst eine weitere Gesprächsrunde leiten. Danach will sie auf einer Pressekonferenz zusammen mit Irans Außenminister Sarif über Einzelheiten informieren.

Die Verhandlungspartner wollten Grundlagen für eine umfassende Lösung des Streits um das iranische Atomprogramm erarbeiten. Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms heimlich Kernwaffen zu entwickeln. Iran bestreitet das.

Zu den Problemen zählt der Schwerwasserreaktor in Arak, dessen Plutonium auch für den Bau einer Atombombe geeignet wäre. Außerdem gibt es Differenzen bei der Deckelung der Urananreicherung auf fünf Prozent. Während der Iran bis zu dieser Grenze auch mit modernsten Zentrifugen arbeiten will, sieht die 5+1-Gruppe das als unerwünschten technologischen Fortschritt, der die Fähigkeit des Landes zum Bau einer Atombombe begünstige. Schließlich möchten die UN-Vetomächte, dass der Iran das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, um intensive Inspektionen der Atomanlagen abzusichern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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