Israel
Noch kurz vor Waffenruhe letzte Angriffe

Die zwischen Israel und den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen vereinbarte Waffenruhe ist in den ersten Stunden eingehalten worden. Kurz vor dem Beginn hatten beide Seiten noch letzte Angriffe gestartet.

HB TEL AVIV/GAZA. Militante Palästinenser hätten den Beschuss Israels bereits seit Mitternacht eingestellt, sagte ein Armeesprecher am Morgen in Tel Aviv. Zuvor seien am Mittwoch noch mehr als 30 Raketen sowie zehn Granaten auf Israel abgefeuert worden. Nach Angaben des Sprechers hat Israel noch wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe eine Gruppe von Palästinensern angegriffen, die selbst gebaute Raketen auf Israel abfeuern wollten. Nach palästinensischen Angaben kam dabei ein Hamas-Mitglied ums Leben.

Die unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelte Waffenruhe war am Donnerstagmorgen um sechs Uhr Ortszeit offiziell in Kraft getreten und soll vorerst ein halbes Jahr gelten. Als nächsten Schritt soll Israel dann vom kommenden Sonntag an schrittweise die Blockade des Gazastreifens lockern, damit 1,4 Millionen Palästinenser seit Monaten erstmals wieder mit großen Mengen an Nahrungsmitteln, Baustoffen, Rohmaterialien, Treibstoff und Konsumgütern versorgt werden können.

Wenige Stunden nach Beginn einer Waffenruhe im Gazastreifen forderte die radikalislamische Hamas-Organisation den Westen zur Aufgabe seiner Boykottpolitik auf. Die internationale Gemeinschaft solle ihre Haltung ändern, nachdem sich Hamas zu einer Waffenruhe verpflichtet habe, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri am Donnerstag in Gaza.

Der Westen müsse auch die Wahlen vom Januar 2006 anerkennen, die Hamas gewonnen habe. Zuvor hatten unter anderem Israel, die Vereinigten Staaten und die Deutschland zu verstehen gegeben, dass sie ihre bisherige Politik nicht ändern wollten.

Grund für die Isolation ist, dass sich Hamas bislang weigert, die Bedingungen des Nahost-Quartetts zu erfüllen. Danach muss Hamas das Existenzrecht Israels sowie alle bislang zwischen Israel und den Palästinensern geschlossenen Verträge anerkennen. Außerdem sollen die radikalen Islamisten der Gewalt und dem Terror abschwören.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe noch vor zu großen Erwartungen gewarnt. Die Waffenpause sei sehr brüchig und könne von sehr kurzer Dauer sein, weil sich Hamas und andere Terrororganisationen nicht geändert hätten, sagte Olmert. Er habe deshalb die Armee angewiesen, für den Fall eines Bruches der Waffenruhe bereit zu sein.

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