Israelis demonstrieren für Abzug aus Gaza
Powell: Kurei soll Scharon-Plan akzeptieren

US-Außenminister Powell hat die Palästinenser aufgefordert, dem israelischen Rückzugsplan zuzustimmen. In Tel Aviv demonstrierten mehr als 100.000 Israelis für einen Rückzug aus dem Gazastreifen.

HB BERLIN. Die USA setzen im Nahost-Konflikt weiter auf den internationalen Friedensplan des so genannten Nahost-Quartetts. Allerdings fürchtet die US-Regierung mittlerweile, dass die Road Map scheitern könnte, sofern sich die Palästinenser weiter sträuben, entscheidende Schritte hin zu einem Frieden in der Region mitzutragen. US-Außenminister Colin Powell wies am Samstag in einem Gespräch mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kurei auf die Problematik hin.

Er forderte Kurei auf, den vorgeschlagenen israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen zu akzeptieren. Dies sei ein erster Schritt zur Schaffung eines palästinensischen Staates, sagte Powell. Kurei solle diese Chance nutzen.

Powell wies auf den in der Road Map festgelegten Zeitplan für die Schaffung eines palästinensischen Staates bis 2005 hin. Wenn sich die Palästinenser weiter quer stellten, dann werde die Zeit knapp, sagte der Minister. Es könne niemand vorhersagen, ob der Zeitplan eingehalten werden könne.

Kurei entgegnete der Forderung Powells, ihm fehlten noch Detail-Informationen zu dem Abzugsplan des israelischen Regierungschefs Ariel Scharon. Der Vorschlag Scharons war kürzlich von dessen eigener Likud-Partei abgelehnt worden.

In Tel Aviv demonstrierten unterdessen am Abend mehrere zehntausend Israelis für das Vorhaben. Zu der Kundgebung auf dem Rabin-Platz hatte die oppositionelle Arbeitspartei aufgerufen. Laut israelischen Medien nahmen etwa 150.000 Menschen an der Demonstration teil. Diese wäre dann eine der größten Friedenskundgebungen in Israel seit der Ermordung von Ministerpräsident Jizchak Rabin im November 1995.

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