Israels Truppen ziehen sich aus Bet Chanun zurück
Scharon sieht von Bau neuer Siedlerwohnungen ab

Der israelische Regierungschef Ariel Scharon hat einem groß angelegten Bau neuer Wohnungen für jüdische Siedler im Westjordanland nach US-Kritik eine Absage erteilt.

HB TEL AVIV. Nach israelischen Medienberichten bestritt Scharon am Donnerstag in Gesprächen mit dem US-Gesandten Elliott Abrams entsprechende Pläne, über die das Armeeradio berichtet hatte. Nach Angaben des Senders beabsichtigt die Regierung den Bau von tausenden Wohnungen im Nordosten Jerusalems. Israel will palästinensischen Polizisten im Westjordanland wieder das Tragen von Schusswaffen erlauben.

Damit werde eine Forderung des palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia erfüllt, der dies als Voraussetzung für Einsätze zur Verbesserung der Sicherheitslage sehe, berichteten israelische Medien. Kureia hatte die USA und die EU gebeten, sich für eine Bewaffnung der Polizei stark zu machen. Die palästinensischen Sicherheitskräfte im Westjordanland dürfen seit mehr als zwei Jahren - bis auf einige Ausnahmen - keine Waffen tragen. Auch künftig wird Israel den Berichten zufolge jeden Polizisten einzeln überprüfen, bevor er einen Waffenschein erhält.

Den Berichten zufolge sollten die neuen Wohnbauten auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern die jüdische Siedlung Maalei Adumim mit Jerusalem verbinden. Das US-Außenministerium hatte zu Wochenbeginn schon einen israelischen Beschluss zum Bau von 600 Siedlerwohnungen kritisiert. Abrams wollte in dem Gespräch mit Scharon die wachsende Frustration der US-Regierung über den andauernden Siedlungsbau zum Ausdruck bringen

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Die israelische Armee zog sich am Donnerstag überraschend aus dem Zentrum der seit fünf Wochen besetzten Ortschaft Bet Chanun im nördlichen Gazastreifen zurück und bezog Stellungen in den Außenbezirken der Stadt. Eine israelische Armeesprecherin betonte allerdings, es handele sich nur um eine Umgruppierung der Truppen. Die Operation gegen den Beschuss israelischer Städte mit palästinensischen Kurzstreckenraketen werde weitergehen.

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