Italien
Abstimmung über künstliche Befruchtung droht zu scheitern

In Italien steht das Referendum über eine Liberalisierung künstlicher Befruchtungen vor dem Aus. Am Sonntag lag die Beteiligung an der auf zwei Tage angelegten Volksbefragung deutlich unter der Mindest-Schwelle von 50 Prozent. Auch Papst Benedikt XVI. rief zum einem Boykott der Abstimmung auf.

HB ROM. Am heutigen Montag sind die Wahllokale noch bis 15.00 Uhr geöffnet. Das Erreichen des Quorums gilt nun als höchst unwahrscheinlich. Ein Scheitern des emotionsgeladenen Referendums wäre ein Erfolg für die Katholische Kirche, die zum Boykott der Abstimmung aufgerufen hat.

Bei der Befragung geht es darum, in vier Passagen das im vergangenen Jahr verabschiedete, äußerst restriktive Gesetz zu künstlichen Befruchtungen zu ändern. So sollen bei einem Ja unter anderem die Forschung an Embryonen zugelassen und die Spende von Ei- und Samenzellen erleichtert werden.

Italiens Rechtslage in dieser Frage gilt als eine der restriktivsten in Europa. Auch innerhalb der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist das Gesetz umstritten. Gleichberechtigungsministerin Stefania Prestigiacomo forderte eine Änderung, um italienischen Frauen dabei zu helfen, Kinder zu haben.

In seiner jetzigen Form stelle es einen Angriff auf die Rechte der Frauen dar. Seit das Gesetz in Kraft getreten ist, hat sich in Italien die Zahl der unfruchtbaren Paare, die im Ausland nach Hilfe suchen, verdreifacht. Italien hat eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa.

Meinungsumfragen zufolge ist die Mehrheit der Italiener zwar gegen das Gesetz. Gleichzeitig gab eine Mehrheit aber auch an, sich nicht an der Abstimmung beteiligen zu wollen. Die Volksabstimmung hat in dem katholischen Land zu einer der hitzigsten Ethikdebatten seit der Legalisierung der Scheidung und der Abtreibung in den 70er Jahren geführt. Auch Papst Benedikt XVI. griff in die Diskussion ein. Er unterstützte die Bischöfe, die zum Boykott der Volksabstimmung aufriefen.

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