IWF-Mittel
Brasilien stimmt Aufstockung zu

Mehr Stimmrecht für Schwellenländer: Brasilien möchte für die Zustimmung zu einer Aufstockung der IWF-Reserven gerne eine Gegenleistung. Präsidentin Rousseff warnt zudem vor einer Abwertung des Euro.
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HannoverBrasilien beteiligt sich nach den Worten von Präsidentin Dilma Rousseff an der Aufstockung der IWF-Mittel, fordert dafür aber mehr Stimmrechte für die Schwellenländer. Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerten beide die Sorge, dass eine Politik des billigen Geldes neue Ungleichgewichte in der Welt schafft und dadurch sogar den Protektionismus verschärft. Merkel sagte, dass die Liquiditätshilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) nur vorübergehend seien.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz auf der CeBIT-Computermesse in Hannover wurde deutlich, wie besorgt Rousseff ist, dass nach den USA nun auch die EU eigene Probleme mit einer Geldschwemme lösen will, die Auswirkungen in anderen Teilen der Welt haben. „Ich habe der Bundeskanzlerin die Sorge Brasiliens ausgedrückt bei der Währungsexpansion, die im Gange ist“, sagte die Präsidentin. Die USA stellten den größeren Teil des Problems da. „Aber auch die EU entwertet ihr Währung“, sagte sie mit Bezug auf die EZB-Liquiditätshilfen für Banken im Volumen von mehr als einer Billion Euro.

Merkel betonte ausdrücklich, sie verstehe die Sorgen Brasiliens, dass die eigene Währung aufwertet werde und deshalb die Exportchancen sänken. „Ich habe deutlich gemacht, dass dies eine temporäre Maßnahme ist“, sagte Merkel zur EZB-Entscheidung. Die Maßnahme solle den Euro-Staaten Zeit geben, ihre Probleme zu lösen und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Ausdrücklich stellte die Kanzlerin einen Zusammenhang her zwischen der Geldmarktpolitik und Handelshemmnissen. „In der Geschichte gibt es viele Beispiele, dass große Liquiditätsmengen letztlich zu protektionistischem Handeln geführt haben“, warnte sie. Brasilien und Deutschland wollten dies nicht und würden das Thema daher auf dem nächsten G20-Treffen in Mexiko ansprechen. Rousseff erklärte die umstrittenen brasilianischen Einfuhrzölle auf Autos mit der „künstlichen Abwertung von Währungen“. Sie versicherte laut deutscher Übersetzung aber, dass Brasilien nichts unternehmen werde, was die WTO „schockiere“.

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Brasilien stimmt Aufstockung zu

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