Jahresprüfung
US-Börsenaufsicht bemängelt Arbeit der Ratingagenturen

Rating für Ratingagenturen: Die US-Börsenaufsicht SEC hat bei den Bonitätsprüfern des Landes erhebliche Mängel festgestellt. Durchleuchtet wurden auch die drei großen Agenturen, Moody's, Standard & Poor's und Fitch.
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WashingtonDie US-Börsenaufsicht (SEC) hat gravierende Mängel in der Arbeit der Ratingagenturen des Landes beanstandet. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht wurde unter anderem eine mangelnde Kontrolle von Interessenkonflikten der Mitarbeiter kritisiert. In einigen Fällen würden nicht einmal selbst aufgestellte Regeln befolgt, hieß es. Gegenüber einer früheren Überprüfung 2008 habe es zwar einige Fortschritte gegeben, bei allen Agenturen seien jedoch noch Probleme zu verzeichnen.

Die Prüfung, die jährlich wiederholt werden soll, war Teil einer im vergangenen Jahr verabschiedeten Reform zur besseren Überwachung der Finanzmärkte. Insgesamt wurden zehn Agenturen untersucht, darunter auch die drei größten: Moody's, Standard & Poor's und Fitch. Bei welchen Agenturen die Probleme am Schwerwiegendsten seien, wurde nicht mitgeteilt.

Den drei großen Agenturen wird vorgeworfen, an der Finanzkrise von 2008 eine Mitschuld zu tragen, weil sie riskanten Anlagen eine hohe Sicherheit bescheinigten. Nach dem Platzen der Immobilienblase waren diese Anlagen wertlos. Kritiker werfen den Agenturen darüber hinaus einen systemischen Interessenkonflikt vor, da sie von denselben Firmen bezahlt werden, die sie prüfen.

S&P-Sprecher Ed Sweeney sagte, das Unternehmen freue sich, dass die SEC die Verbesserungen anerkenne, die in den vergangenen Jahren unternommen worden seien. Moody's-Sprecher Tony Mirenda sagte, das Unternehmen begrüße die konstruktiven Empfehlungen der SEC. Fitch erklärte, es sei erfreulich, dass der Bericht keine wesentlichen Mängel bei Fitch feststelle.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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