Jeb Bush
„Ich werde weder Trump noch Clinton wählen“

Der erste Prominente Wahlverweigerer. Jeb Bush wird bei der Präsidentenwahl im November weder für Hillary Clinton noch Donald Trump stimmen. Die Republikaner sind gespalten wie nie.

WashingtonJeb Bush, frühzeitig gescheiterter US-Präsidentschaftsbewerber, wird Donald Trump nicht wählen. Trump habe weder die nötige Charakterstärke noch das Naturell, um Präsident zu werden, schrieb Bush am Freitag auf Facebook. Trump habe keinen Respekt vor der Verfassung, und er sei auch kein Konservativer.

„Ich werde im November weder Donald Trump noch Hillary Clinton wählen“, schrieb Bush auf Facebook.

Der frühere Gouverneur von Florida schließt sich damit einer Reihe prominenter Republikaner an, die dem voraussichtlichen Kandidaten der Partei im Kampf um das Weiße Haus die Unterstützung versagen. Auch die früheren Präsidenten George Bush und Jebs Bruder George W. Bush unterstützen den New Yorker Milliardär nicht.

Jeb Bush war einer von ursprünglich 17 Bewerbern der Republikaner im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Er galt lange als Favorit. Nach einem eher erfolglosen Wahlkampf zog er die Konsequenzen und warf das Handtuch. Er wolle nun prinzipientreue Konservative im Bund und in den Staaten unterstützen, schrieb Bush.

Am Donnerstag hatte bereits der Sprecher der republikanischen Fraktion im US-Repräsentantenhaus, Paul Ryan, in einem TV-Interview gesagt, er sei noch nicht bereit Trump zu unterstützen. Trump hatte daraufhin einfach nur zurückgeblafft, er sei auch nicht gewillt Ryans Kurs zu unterstützen. Ein beispielloser Affront: Der Sprecher des Hauses ist praktisch der ranghöchste Parteivertreter in Washington. Klarer hätte man nicht eingestehen können, wie abgrundtief zerrissen die Partei von Ronald Reagan heute ist. Die Ablehnung durch den kompletten Bush-Clan, eine der mächtigsten Familien im konservativen Lager, wiegt ebenfalls extrem schwer. Trump muss die Unterstützung und die finanziellen und personellen Ressourcen der Partei haben, sonst müsste er den Wahlkampf zum großen Teil aus eigener Tasche finanzieren. Bei geschätzten Kosten von einer Milliarde Dollar ist das nichts, was Trump gut finden würde.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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