Kämpfe in Nadschaf
Schiiten-Prediger el Sadr angeblich bei US-Angriff verletzt

Beim Sturm der US-Geführten Truppen auf die südirakische Rebellenhochburg Nadschaf ist auch der radikale Schiiten-Prediger Muktada el Sadr nach Angaben seines Sprechers verletzt worden. Über den Zustand des radikalen Schiiten-Predigers war zunächst nichts weiter bekannt.

HB NADSCHAF. „Moktada wurde bei der amerikanischen Bombardierung verletzt. Er hat drei Verletzungen an seinem Körper erlitten. Wir kennen seinen konkreten Zustand nicht und wissen auch nicht, wohin er gebracht wurde“, sagte Sprecher Ahmad al-Schinabi. Ein anderer Sprecher bestätigte den Bericht. Al-Sadr hatte seine Anhänger am Mittwoch aufgerufen, auch im Fall seiner Gefangennahme oder seines Todes weiter zu kämpfen. Die US-Truppen, die die schiitischen Rebellen der so genannten Mehdi-Armee unter anderem in der Stadt Nadschaf bekämpfen, hatten sich die Gefangennahme Al-Sadrs zum Ziel gesetzt.

Der in der irakischen Stadt Nadschaf eingeschlossene Schiitenführer will seinem Sprecher zufolge jedoch weiter mit der US-Armee verhandeln. Bislang hätten die Verhandlungen zur Beilegung der Krise in Nadschaf „zu keiner Lösung geführt“, sagte Sadrs Sprecher Scheich Ahmed el Schaibani. Die US-Armee hat Sadr und seine Anhänger gestern in der Innenstadt von Nadschaf eingekesselt.

Die irakische Übergangsregierung hat unterdessen dementiert, dass der geistliche Anführer des Schiiten-Aufstands verletzt sei. Er verhandele vielmehr zur Zeit bereits über seinen Abzug aus der Imam-Ali-Moschee im Zentrum der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf, sagte Innenminister Fala al-Nakib am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Al-Sadr werde „nichts geschehen, wenn er die heilige Stätte friedlich verlässt“. Nach Angaben der irakischen Übergangsregierung ruhen seit vergangener Nacht die Gefechte in der seit neun Tagen hart umkämpften Rebellenhochburg.

Präsident George W. Bush hat unterdessen am Donnerstag eingeräumt, dass die Lage im Irak zurzeit „schwierig“ sei. Zugleich bekräftigte er jedoch, dass die USA ihre Aufgabe in dem Land erfüllen würden. „Wir werden unsere Mission zu Ende führen“, sagte Bush am Abend (Ortszeit) in einem einstündigen Interview des Senders CNN. Bush nannte zugleich den irakischen Interimsregierungschef Ijad Allawi eine „große Führungspersönlichkeit“ und einen „starken zähen“ Mann.

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