Kampf gegen den IS
Hungernde Menschen flüchten aus Mossul

Nachdem die irakische Armee weitere Stadtbezirke Mossuls rückerobern konnte, brachten sich zehntausende Menschen vor Hunger und Kälte in Sicherheit. Die Armee konnte die Terrormiliz IS zuletzt immer weiter zurückdrängen.
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MossulDas Vorrücken der irakischen Regierungstruppen gegen die eingeschlossenen Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Mossul hat eine Flüchtlingswelle losgelöst. Nach der Rückeroberung von weiteren westlichen Bezirken der letzten IS-Hochburg im Irak brachen am frühen Dienstagmorgen durchnässte und hungrige Menschen im Schutz der Dunkelheit auf. Die Armee brachte sie mit Lastwagen in Sicherheit. Übereinstimmend berichteten die Flüchtlinge, dass Lebensmittel fehlten. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein in den vergangenen zwei Wochen 65.000 Menschen aus Mossul geflohen, bis zu 600.000 können noch eingeschlossen sein.

Der Vorstoß der Armee hatte am Montag wegen schwerer Regenfälle stockt. Am Dienstag kam es wieder zu heftigen Kämpfen. Der Pfleger Aschraf Ali, der mit seiner Frau und zwei Kindern entkam, sprach von schwerem Beschuss der Islamisten. Diese hätten versucht, ihn und seine Familie in ihre verbliebenen Stadtgebiete zu bringen. „Aber wir sind ihnen entkommen, als die Armee eingerückt ist.“

„Der Alptraum ist endlich vorüber“, sagte der Bewohner Ghanem Mohammed. „Es gibt kein Wasser, keine Lebensmittel, gar nichts.“ Der Lehrer Hamid Hadi berichtete von seiner Flucht nach dem Einrücken der Armee um 5 Uhr. Auch er sprach von Beschuss durch den IS und fehlenden Vorräten: „Hauptsächlich haben wir uns von einer Mischung aus Wasser und Tomaten ernährt.“

Dem IS wird vorgeworfen, die Zivilisten in Mossul als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die Stadt wird vom Tigris in eine Ost- und Westhälfte geteilt. Seit dem Beginn der Offensive im Oktober haben die Regierungstruppen und ihre Verbündeten den Osten erobert sowie fast ein Drittel des Westens, wo sich die Islamisten besonders tief eingegraben haben. Ein Militärsprecher zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, im Laufe des Tages die dritte von fünf Brücken über den Tigris zurückerobern zu können. Die heftigsten Kämpfe wurden in den engen Gassen der Altstadt erwartet. Der Fall von Mossul wäre eine schwere Niederlage für den IS, der auch in Syrien massiv unter Druck steht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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