"Kampf gegen den Terror wird fortgesetzt"
Viele Tote bei Anschlag auf pakistanischen Präsidenten

Zum zweiten Mal innerhalb weniger tage ist der pakistanische Präsident Pervez Musharraf am Donnerstag knapp einem Anschlag entkommen. Bei dem Anschlag zweier Selbstmordattentäter auf den Konvoi Musharrafs in Rawalpindi wurden aber mindestens 15 Menschen getötet und 45 verletzt.

HB ISLAMABAD. Neun Zivilisten, vier Polizisten und die Attentäter starben bei der Explosion zweier mit Sprengstoff beladener Autos. Musharraf, der unverletzt blieb, deutete an, dass er muslimische Extremisten als Urheber vermutet.

Der Präsident sprach nach dem Anschlag von „Terroristen, Extremisten und fehlgeleiteten Menschen“, die gegen seine Politik der Mäßigung und Modernisierung seien. Ministerpräsident Zafarullah Khan Jamali sagte am Freitag, die Leichen der Attentäter seien identifiziert, er könne aber keine Einzelheiten nennen. Vor knapp zwei Wochen war nur rund 200 Meter entfernt an derselben Straße in Rawalpindi ein Bombenanschlag auf Musharraf verübt worden.

Auch bei diesem Anschlag war der Präsident, der in Rawalpindi bei Islamabad lebt, unverletzt geblieben. Als Urheber wurde das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden verdächtigt. Der jüngste Anschlag ist der vierte, seit sich der General 1999 unblutig an die Macht putschte. Fundamentalisten kritisieren, dass Musharraf sich im Kampf gegen Terrorismus an die Seite der USA gestellt hat.

Musharraf bekräftigte nach dem Attentatsversuch seine Entschlossenheit, den Kampf gegen den Terrorismus fortzusetzen. „Gott hat mich gerettet“, sagte er. Mit Blick auf den Gipfel der Südasiatischen Vereinigung für regionale Zusammenarbeit (SAARC) in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Anfang Januar versuchte er, Sicherheitsbedenken zu zerstreuen.

„Ich bin das Ziel, und die Menschen um mich herum sind in Gefahr“, sagte Musharraf. „Niemand sonst muss sich sorgen.“ Zu dem am Sonntag kommender Woche beginnenden Gipfel werden die Regierungschefs der sieben SAARC-Staaten erwartet, darunter Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee. Auch der indisch-pakistanische Friedensprozess wird von muslimischen Extremisten kritisiert. Indien verurteilte auch den jüngsten Attentatsversuch auf Musharraf.

Informationsminister Sheikh Rashid sprach von „Selbstmordattentätern“, die zwei mit Sprengstoff beladene Autos nacheinander in Richtung der Fahrzeugkolonne Musharrafs gesteuert hätten. Die Windschutzscheibe des Präsidentenwagens sei beschädigt worden. Bei den Explosionen wurden zunächst 14 Menschen getötet, ein weiterer starb am Freitag an seinen Verletzungen.

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