Kampf gegen Klimawandel
Staatschefs machen auf Uno-Gipfel gutes Klima

Alle Staatsmänner waren sich am Dienstag auf dem Uno-Klimagipfel in New York einig: von US-Präsident Barack Obama über Chinas Staats-und Parteichef Hu Jintao bis zum Präsidenten der Malediven, Mohamed Nasheed, dessen Inselstaat vom steigenden Meeresspiegel bedroht ist. Sie forderten einen energischen Kampf gegen die massiven Folgen des Klimawandels.

NEW YORK/PEKING. Obama warnte vor dem Heraufziehen einer "Katastrophe", falls nicht alle Länder an einem Strang ziehen. "Unsere Generation wird sich mit ihrer Reaktion auf diese Herausforderung vor der Geschichte verantworten müssen", sagte der US-Präsident. Sein Land habe inzwischen die Gefahren des Klimawandels erkannt. Die Weltgemeinschaft sei aufgerufen zu "einschneidenden Schritten" gegen den Treibhauseffekt, forderte Obama. Die USA und China emittieren am meisten Treibhausgase in die Atmosphäre.

Nach Einschätzung vieler Klimapolitiker gab Obama damit das erhoffte Signal für eine verbindliche Nachfolgevereinbarung zum Kyoto-Abkommen, das 2012 ausläuft. Gleichzeitig hielten die Spitzenpolitiker sich allerdings bis zum Dienstagmittag (Ortszeit) mit konkreten Zusagen für eine Verringerung der gefährlichen Treibhausgase zurück - obwohl Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Auftakt des Klimagipfels gefordert hatte: "Jetzt ist der Moment zu handeln." Die Erderwärmung sei die wichtigste geopolitische und wirtschaftliche Herausforderung der Zeit.

Im Dezember wollen sich die Staats- und Regierungschefs in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen treffen, um ein Post-Kyoto-Abkommen zu beschließen, das die schädlichen Treibhausgase drastisch verringern soll. Bis Kopenhagen sind noch zwei Verhandlungsrunden in Bangkok und Barcelona angesetzt. Experten befürchten, dass sich die Staaten wegen unterschiedlicher wirtschaftlicher Interessen nicht auf ein Abkommen werden einigen können. "Die Verhandlungen für ein Uno-Klimaabkommen gehen im Schneckentempo voran", hatte die Organisation WWF in Berlin erklärt.

Als Bremser im Kampf gegen den Klimawandel hat sich bislang neben Indien auch China profiliert. In New York kündigte Präsident Hu Jintao am Dienstag immerhin einen Mix von Maßnahmen gegen die Erderwärmung an: Klimaschädliche Emissionen sollen bis 2020 signifikant sinken, die Kernkraft soll gefördert und Wälder sollen aufgeforstet werden. Außerdem will Peking erneuerbare Energien fördern. Die Volksrepublik sei bereit, für jeden Dollar des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 "einen erheblichen" Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Konkrete Zahlen nannte er vorerst nicht. Hu machte auch keine konkreten Zusagen, ob sich sein Land im Rahmen des Kopenhagen-Prozesses auf international verbindliche Werte zur Treibhausgasreduzierung festlegen lassen werde. In einer ersten Reaktion sagte der US-Klimabeauftragte Todd Stern, Hus Vorschläge könnten hilfreich sein, hingen aber von den genauen Zahlen ab. Obama und Hu planen nach dem New Yorker Gipfel zusätzlich ein Zweiertreffen, um Einigungsmöglichkeiten auszuloten.

Bislang hat sich die Regierung in Peking gegen verbindliche Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen gesträubt. Als Schwellenland gelten für China bislang keinerlei Beschränkungen. In China müssten wirtschaftliches Wachstum und Armutsbekämpfung Vorrang haben, argumentierte Peking. Im August gab China jedoch zum ersten Mal diese starre Position auf und deutete einen neuen Klimakurs an: Die Provinzen wurden angewiesen, beim Wachstum den Klimaschutz zu berücksichtigen. Und der Volkskongress forderte, China müsse "aktiv" mit dem Klimawandel umgehen und seine Treibhausgase verringern. Klar ist aber auch, dass Peking beim Kampf gegen die Erderwärmung auf massive finanzielle und technologische Hilfe aus dem Ausland angewiesen ist.

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