Kaschmir-Konflikt
„Erzfeinde“ Indien und Pakistan nähern sich an

Der Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan stand schon mehrmals vor der Lösung. Doch bis heute konnten sich die beiden Länder nicht einigen. Nun scheint man aber einem Kompromiss näher zu sein, als jemals zuvor.
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New YorkDie verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan suchen erneut eine Annäherung. Die Ministerpräsidenten beider Länder planen für (den morgigen) Sonntag ein Treffen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Der pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif sprach von der Chance für einen Neubeginn. Sein indischer Kollege Manmohan Singh dämpfte allerdings die Erwartungen und verwies auf die von Pakistan ausgehende Terrorgefahr.

Beide Nationen stehen seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 im Dauerkonflikt. Dabei geht es vor allem um Kaschmir, das zwischen beiden Ländern geteilt ist, aber von beiden ganz beansprucht wird. An der gemeinsamen Grenze hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Scharmützel gegeben. Das New Yorker Treffen ist das erste zwischen beiden Regierungschefs seit Sharifs Wahl im Mai.

Die pakistanische Regierung hofft vor allem auf engere Wirtschaftsbeziehungen, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln. „Pakistan und Indien können gemeinsam zu Wohlstand gelangen, und die ganze Region würde von unserer Zusammenarbeit profitieren“, sagte Sharif am Freitag vor der UN-Vollversammlung. Singh zeigte sich jedoch wegen der unsicheren Lage im Nachbarland skeptisch. Pakistan sei immer noch ein „Epizentrum des Terrors“, sagte der indische Regierungschef nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama.

Sharif, der bereits zum dritten Mal pakistanischer Regierungschef ist und 1998 auch während des ersten Atomwaffenversuchs seines Landes im Amt war, hat bereits Erfahrung mit gescheiterten Aussöhnungsversuchen. 1999 einigten sich beide Länder feierlich darauf, einen Atomkonflikt zu vermeiden. Gleichzeitig richteten sie eine Busverbindung über die Grenze ein. Doch schon drei Monate später endeten die Friedensbemühungen jäh, als pakistanische Soldaten in den indischen Teil Kaschmirs eindrangen und dort Gefechte ausbrachen, die auf beiden Seiten Hunderte Tote fordern.

Singh lud dann kurz nach seinem Amtsantritt 2004 den damaligen pakistanischen Regierungschef Pervez Musharraf zu einem Cricket-Match ein und nahm Gespräche mit ihm auf. 2005 erklärten beide, der Friedensprozess zwischen beiden Ländern sei „unumkehrbar“. Doch vor allem die Terror-Angriffe von Mumbai 2008 mit 164 Toten, die Indien pakistanischen Extremisten anlastet, machten die Hoffnung wieder zunichte. Singh vertritt die Ansicht, die Beziehungen könnten sich nur verbessern, wenn Pakistan gegen potenzielle Attentäter vorgeht.

Neue Unsicherheit könnte der Abzug der internationalen Schutztruppe aus Afghanistan im kommenden Jahr bringen. Skeptiker befürchten, dass der Extremismus in der gesamten Region zunehmen und die Lage noch instabiler werden könnte.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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