Katar-Blockade
Mehr als 13.000 Menschen müssen umziehen

Nachbarstaaten werfen Katar Terrorfinanzierung vor. Die Blockade des Wüsten-Emirats zwingt unzählige Menschen zu Umzug und Ausreise. Studenten werden ausgewiesen, Familien getrennt.
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GenfDurch die Blockade des arabischen Golfstaats Katar spielen sich nach Angaben der dortigen Menschenrechtskommission menschliche Tragödien ab. Mehr als 13.000 Menschen seien betroffen, weil Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain Menschen aus Katar ausweisen und ihre Landsleute zur Rückkehr in die Heimat aufgefordert hätten, sagte der Kommissionsvorsitzende Ali bin Schmaich al-Marri am Freitag in Genf. Alle müssten den Anordnungen innerhalb von 14 Tagen nachkommen.

Auch eine Frau aus Saudi-Arabien, die in Katar auf eine Nierenoperation wartete, sei zur Rückkehr aufgefordert worden. Eine katarische Studentin kurz vor der Abschlussprüfung an einer Universität in den Emiraten müsse nach Hause zurückkehren. Eine in den Emiraten verheiratete Kartarerin sei zur Ausreise gezwungen worden, doch hätten die Behörden ihr kleines Kind am Flughafen zurückgehalten.

Die kollektive Bestrafung sei „schlimmer als die Mauer in Berlin“, sagte Al-Marri. Er rief die Staaten dringend auf, die Maßnahmen zurückzunehmen. Die Kommission und die Regierung wollten den Weltsicherheitsrat einschalten, wenn sich nichts bewege.

Nachbarstaaten werfen dem reichen Wüsten-Emirat Terrorfinanzierung und eine zu große Nähe zum Iran vor. Sie haben vergangene Woche alle Kontakte abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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