Keine staatlichen Eingriffe
Verheugen setzt sich für Schaffung europäischer „Champions“ ein

Der künftige EU-Industriekommissar Günter Verheugen will sich für die Schaffung europäischer Weltmarktführer einsetzen. Die EU könne die Bildung von „Champions“ in bestimmten Industriesektoren durch eine gezielte Förderung von Forschung und Entwicklung unterstützen, sagte Verheugen dem Handelsblatt.

jh/kri BRÜSSEL/ROM. Staatliche Eingriffe zur Gründung supranationaler Weltmarktführer lehnt er ab. „Sie müssen sich selbst durchsetzen im europäischen und globalen Wettbewerb“, sagte Verheugen.

Zu den Problemen des designierten Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, seine Mannschaft im EU-Parlament durchzusetzen, sagte Verheugen: „Barroso wird sich etwas Zeit für die Umbildung nehmen müssen, wenn er die politischen Risiken minimieren will. Eine breite Mehrheit im Parlament bekommt er nur, wenn er dessen Bedenken berücksichtigt. Ich erwarte daher eine ausreichende Neuaufstellung.“

Nur einen Tag nach der Unterzeichnung der EU-Verfassung am Freitag in Rom hatte der italienische Europaminister Rocco Buttiglione seine Kandidatur als Justizkommissar in der neuen EU-Kommission zurückgezogen. Er war wegen seiner konservativen Ansichten zur Homosexualität auf Ablehnung im Parlament gestoßen. Italiens Premier Silvio Berlusconi kündigte an, Barroso werde die neue Zusammensetzung der Kommission beim EU-Gipfel am 4. November bekannt geben. Barroso selbst erklärte aber, er brauche Zeit für die Personalsuche. Als Ersatz für Buttiglione wird Italiens Außenminister Franco Frattini genannt.

Die Sozialisten im EU-Parlament begrüßten den Rückzug Buttigliones. Allerdings reiche das nicht aus, um den Streit beizulegen, teilte Vize- Fraktionschef Jan Marinus Wiersma mit. Barroso müsse nun auch über andere Kandidaten nachdenken, deren Qualifikation nicht ausreiche. Auch der Fraktionschef der konservativen Europäischen Volkspartei, Hans-Gert Pöttering, sagte, dass nicht alle Probleme gelöst seien. Sozialdemokraten und Konservative halten die Niederländerin Neelie Kroes (Wettbewerb) und die Lettin Ingrida Udre (Steuern) für nicht geeignet.

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