Keine taktischen Mätzchen
Kerry verzichtet auf mehr Spenden

Bush-Herausforderer John Kerry hat darauf verzichtet, durch taktische Mätzchen mehr Spenden für seinen Wahlkampf herauszuschinden. Er werde die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten beim Parteitag Ende Juli in Boston annehmen, sagte Kerry.

bac WASHINGTON. Nach dem US-Wahlgesetz bekommt ein Kandidat 75 Mill. Dollar an öffentlichen Geldern, sobald er offiziell aufgestellt wird. Allerdings darf er ab diesem Zeitpunkt keine privaten Wahlkampfspenden mehr eintreiben. Der amtierende Präsident George W. Bush hat dadurch einen Vorteil: Da der Nominierungsparteitag der Republikaner erst Ende August stattfindet, kann der Chef des Weißen Hauses seine Spendenmaschinerie fünf Wochen länger auf Touren halten. Bush hat bislang 201 Mill. Dollar an Wahlkampfgeldern eingenommen, Kerry erst 117 Mill. Dollar.

Das Kerry-Lager hatte ursprünglich mit dem Gedanken gespielt, die Nominierung um einige Wochen hinauszuzögern: Dadurch wollte man Bushs Vorsprung bei den Wahlkampfspenden verkleinern. Doch Kerrys Berater kamen zu dem Schluss, dass der Parteitag von den Medien dann als reine Show-Veranstaltung zerrissen werden würde. Darüber hinaus haben die großen Fernsehanstalten signalisiert, dass sie ihre Berichterstattung in diesem Fall zurückfahren würden. „Niemand hätte mehr über nationale Sicherheit und andere wichtige Themen gesprochen“, räumte eine Stratege der Demokraten ein.

Dennoch muss Kerry nicht befürchten, dass ihm finanziell die Felle davonschwimmen. Die Parteiorganisation der Demokraten darf Kerry mit Fernsehwerbung und anderen Aktivitäten unterstützen, solange diese nicht von der Kerry-Kampagne koordiniert werden. Demokraten-Chef Terry McAuliffe ließ durchblicken, dass die Partei rund 50 Mill. Dollar auf der Bank habe.

Inhaltlich will Kerry in den nächsten elf Tagen zu einer außenpolitischen Offensive ausholen. Die USA könnten den Terrorismus nur durch „Stärke ohne Sturheit“ besiegen, sagte er am Donnerstag in Seattle. Er warb für neue Bündnisse durch mehr Kooperation, eine Neuausrichtung des Militärs zur Bekämpfung des Terrorismus sowie den verstärkten Einsatz von Diplomatie, Geheimdiensten und Wirtschaftsmacht. Der Bush-Regierung warf Kerry vor, den Irak-Krieg übereilt vom Zaun gebrochen zu haben: „Sie haben Gewalt angewendet, bevor alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft waren.“

Quelle: Handelsblatt

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