Keine verbotenen Waffen im Irak gefunden
Irak: Ein Bericht – zwei Meinungen

Die USA haben einem Bericht ihrer Waffeninspektoren zufolge bisher keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden, wollen die Suche aber fortsetzen.

HB WASHINGTON. „Wir haben noch keine Waffenlager gefunden, aber wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir entweder eindeutig sagen können, solche Waffenlager existieren oder sie haben vor dem Krieg existiert“, stellte der Leiter der Inspektionen und Berater des US-Geheimdienstes CIA, David Kay, in seinem Bericht am Donnerstag fest.

Bereits vor der Veröffentlichung war das Papier von den Kritikern des Irak-Kriegs als Bestätigung ihres Vorwurfes gewertet worden, das Waffenarsenal des Landes sei nicht so bedrohlich gewesen wie von den USA und Großbritannien dargestellt. Die britische Regierung bewertete den Bericht dagegen als Beweis dafür, dass sich der Irak unter seinem damaligen Präsidenten Saddam Hussein über den Willen der Vereinten Nationen hinweggesetzt habe und dessen Sturz deswegen gerechtfertigt sei.

Die USA und Großbritannien haben ihren Feldzug gegen den Irak mit der Gefahr begründet, die von Massenvernichtungswaffen des Landes ausgehe. US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair stehen deswegen innenpolitisch inzwischen unter starkem Druck. Kritiker halten ihnen vor, falsche Angaben gemacht zu haben, um sich die Unterstützung für den Einsatz zu sichern.

Viele Belege für ein Waffenprogramm sind verlorgen gegangen

Viele Belege zu den Waffenprogrammen seien „unwiederbringlich verloren“, stellte Kay in seinem Bericht weiter fest. „Es ist viel zu früh, endgültige Schlüsse zu ziehen und in bestimmten Bereichen werden wir dieses Ziel möglicherweise nie erreichen.“ Die Vereinten Nationen (Uno) hatten das Arsenal des Iraks mit eigenen Inspektoren zu klären versucht, die ihrerseits keine Nachweise für die Waffen entdeckten. Mehreren UNO-Resolutionen zufolge sollte Saddam seine Waffenprogramme offenlegen.

Die Uno stellte dann zwar fest, dass Saddam dieser Forderung nicht ausreichend nachkam, unterstützte den Krieg gegen das Land jedoch nicht ausdrücklich. „Trotz der Beweise dafür, dass Saddam anhaltend nach Atomwaffen gestrebt hat, haben wir bis heute keinen Nachweis dafür gefunden, dass der Irak nach 1998 entscheidende Schritte unternommen hat, Atomwaffen oder spaltbares Material zu produzieren“, schrieb Kay weiter. Allerdings habe der Irak versucht, einige technologischen Kapazitäten aus seinem Atomwaffenprogramm von vor 1991 zu erhalten.

Der britische Außenminister Jack Straw veröffentlichte die Stellungnahme seiner Regierung nahezu zeitgleich zu Kays Bericht. Das Papier „bestätige, wie gefährlich und hinterlistig das Regime (Saddams) war und wie sehr der militärische Einsatz sowohl gerechtfertigt und wie notwendig es war, die Gefahren zu entfernen“. Der Bericht belege, dass Saddam die Uno-Resolutionen gebrochen habe.

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