„Keine Verhandlungsrunde“
Neue Atomgespräche zwischen EU und Iran

Der Iran und die EU-Außenbeauftragte Ashton haben die Gespräche im Atomstreit wieder aufgenommen. Die UN-Vollversammlung steht bevor, Israel warnt vor Teherans Atombombe. Verhandelt wird nicht, geredet schon.
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Brüssel/WienDie Europäische Union hat neue Gespräche mit dem Iran über das umstrittene Atomprogramm Teherans bestätigt. Es handele sich bei einem Treffen der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili am Dienstagabend in Istanbul aber „nicht um eine offizielle Verhandlungsrunde“. Dies sagte eine Sprecherin Ashtons am Montag in Brüssel.

Das Treffen werde „eine Gelegenheit sein, um dem Iran einmal mehr die Bedeutung eines dringlichen und bedeutsamen Schritts zur Vertrauensbildung deutlich zu machen“ und Teheran zu mehr Flexibilität angesichts der Vorschläge der sechs anderen an den Verhandlungen beteiligten Staaten aufzufordern.

Auch die Internationale Atomenergiebehörde IAEA setzt trotz fehlenden Fortschritts im Atomstreit mit dem Iran weiter auf Gespräche. Seine Agentur stehe weiterhin fest dahinter, den Dialog mit dem islamischen Land zu verstärken, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano zum Auftakt der IAEA-Vollversammlung mit 155 Staaten am Montag in Wien. Man werde die Verhandlungen mit dem Iran fortsetzen, um alle offenen Fragen zu klären. „Ich hoffe wir werden uns ohne weitere Verzögerung auf eine Lösung einigen, die dann auch direkt umgesetzt wird“, sagte der IAEA-Chef.

Seit der Resolution des IAEA-Gouverneursrates im November gegen das islamische Land hätten Gespräche zwischen der IAEA und dem Iran keine konkreten Ergebnisse gebracht, sagte Amano. Vergangenen Donnerstag hatte das aus 35 Staaten bestehende Leitungsgremium der Atombehörde erneut eine ähnliche Resolution gegen den Iran beschlossen, die das Land zur Kooperation auffordert.

Der Iran machte seinerseits die IAEA indirekt für Sabotage seiner Nuklearanlagen verantwortlich. „Terroristen und Saboteure könnten die Agentur unterwandert haben und versteckt die Fäden ziehen“, sagte der iranische Atomchef Ferejdun Abbasi-Dawani in Wien.

Ashton verhandelt im Namen der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates (China, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA) und Deutschlands mit dem Iran. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, an Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das.

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Bisherige Gespräche erfolglos

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  • Zunächst sollte es Atomgespräche mit Israel geben, dann ergibt sich auch eine Basis für den Iran. Israels Extremisten sind unberechenbar und aggressiv.

  • Warum fordert man von den USA eigentlich nicht ihr Atomprogramm zu stoppen. So stellen sich die Schurkenstaaten quer und sagen " die haben das aber auch". Nur mal drüber nachdenken.

  • Wir haben es mit Verhandlungen versucht , mit Gesprächen , mit Angeboten die jeder hätte annehmen müssen wenn er sein Atomprogramm nur zu friedlichen zwecken nutzen möchte .
    Wir haben es mit Sanktionen versucht , ja sogar mit Drohungen . Der Iran hat nicht eingelenkt , er verfolgt sein ziel unbeirrt und nimmt keinerlei Kritik wahr .

    Warum glaubt man eigentlich noch , das weitere Gespräche etwas bringen ?
    Es müssen Ergebnisse her , wenn der Iran nicht bereit ist daran mitzuarbeiten , muss es eben auch so gehen , dann ist es natürlich nicht im Interesse der Perser !

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