Klage gegen Credit Suisse, HSBC und Co.
Sind Banken schuld am Tod von US-Soldaten?

Fünf europäische Banken sollen Angriffe auf US-Soldaten indirekt finanziert haben – das behaupten Familien von gefallenen oder verwundeten US-Soldaten. Sie berufen sich auf ein altes Gesetz und reichen Klage ein.
  • 2

New YorkDie Familien von im Irak getöteten oder verletzten US-Soldaten haben fünf europäische Banken verklagt, die durch Geschäfte mit dem Iran bei der Finanzierung von Angriffen auf die US-Armee im Irak geholfen haben sollen. Die Klage gegen die britischen Banken HSBC, RBS, Barclays und Standard Chartered sowie gegen die Schweizer Credit Suisse wurde am Montag in New York eingereicht. Die 85 Familien werfen den Banken vor, sie hätten durch Geschäfte mit dem Iran Teheran bei der Finanzierung der libanesischen Hisbollah-Miliz und der iranischen Revolutionsgarden „unterstützt“.

Die Klage stützt sich auf ein 1992 erlassenes Gesetz, das es von Terrorangriffen Betroffenen oder ihren Angehörigen erlaubt, jeden auf Schadenersatz zu verklagen, der für diese Angriffe verantwortlich gemacht werden kann. „Der Iran hat das weltweite Bankensystem genutzt und nutzt es immer noch, um Sanktionen der USA und anderer Länder wegen des Atomprogramms zu umgehen und Hunderte von Millionen Dollar zu verschieben“, heißt es in der Anklageschrift der Rechtsanwaltskanzlei Osen.

Um eine Entdeckung zu vermeiden, hätten iranische Banken viele der weltweit größten Finanzunternehmen genutzt, um ihr „Netz zur Unterstützung von terroristischen Aktivitäten“ zu verbergen. In der Anklageschrift wird insbesondere die iranische Bank Saderat genannt, die ebenfalls verklagt wird. Mit dem Geld seien nicht nur die „Terrorgruppen“ finanziert, sondern auch die Technologie gekauft worden, um die „Massenvernichtungswaffen“ des Iran zu bauen, heißt es weiter in der Klageschrift.

Die fünf Banken sind wegen ihrer Geschäfte mit dem Iran von der US-Justiz bereits zu hohen Strafzahlungen verurteilt oder beschuldigt worden, darunter die Royal Bank of Scotland (RBS) als neue Besitzerin der niederländischen ABN Amro, die sie 2008 übernommen hatte. In der am Montag eingereichten Klage wird ihnen vorgeworfen, den iranischen Banken sogar bewusst geholfen zu haben. Jede der angeklagten Banken habe gewusst, dass der Iran den „Terrorismus“ finanziert habe, heißt es. Die Anklage bezieht sich auf den Zeitraum von 2003 bis 2011.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Klage gegen Credit Suisse, HSBC und Co.: Sind Banken schuld am Tod von US-Soldaten?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es ist ja kein Geheimnis, dass die Kenntnisse zu Politik, Geschichte und Wirtschaft vieler Amerikaner, sich darauf beschränken wie viel ein Big Mäc vor drei Jahren kostete.
    Und deutsche Politiker wollen noch immer TTIP - Sigmar, mir graust vor Dir ;-)

  • "Die 85 Familien werfen den Banken vor, sie hätten durch Geschäfte mit dem Iran Teheran bei der Finanzierung der libanesischen Hisbollah-Miliz und der iranischen Revolutionsgarden „unterstützt“."

    Jetzt drehen die Amis endgültig durch. Mit dieser Argumentation kann man alles und jeden für die Finanzierung von Terroristen verantwortlich manche.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%