Klimakonferenz
Merkel warnt vor den Folgen des Klimawandels

Die Bundeskanzlerin warnt vor den verheerenden Folgen der Erderwärmung, wenn die Welt sich nicht auf stärkere Klimaschutzzusagen einigt. Sie fordert endlich ein allgemein verbindliches Klimaabkommen.
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BerlinDie Bundesregierung hat bei der internationalen Klimakonferenz in Berlin für ein neues allgemein verbindliches Klimaschutzabkommen geworben. "Ein verbindliches Regelwerk klingt wie Musik in meinen Ohren, weil wir das bisher nicht hatten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag beim Petersberger Klimadialog vor Vertretern aus mehr als 30 Staaten. Die Opposition kritisierte die Umsetzung der Energiewende.

Die "gute Nachricht" sei, dass die Klimakonferenz im südafrikanischen Durban die "Chance für ein allgemein gültiges Klimaabkommen" gegeben habe, sagte Merkel. Die "schlechte Nachricht" sei, dass das Kyoto-Protokoll in diesem Jahr auslaufe und es nicht geschafft worden sei, unmittelbar daran anzuschließen. Die Überbrückungszeit bis 2015 stelle "eine große Gefährdung" dar, sagte die Kanzlerin mit Blick auf das bis 2015 zu beschließende Nachfolgeabkommen, das ab dem Jahr 2020 wirksam werden soll.

In dieser Zeit könne "viel dazwischen passieren", wie die Erfahrungen mit der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigten. Deshalb müssten auf der nächsten UN-Klimakonferenz in Doha und auf nachfolgenden Konferenzen "die notwendigen Erfolge" erzielt werden.

Zugleich forderte Merkel, offene Fragen zur zweiten Verpflichtungsphase des Kyoto-Protokolls zu klären, die bis 2020 Verringerungen der Treibhausgasemissionen der Industriestaaten vorsieht. Dies werde "eine Art Bewährungsprobe", mahnte die Kanzlerin. Wenn Industriestaaten in der Zwischenphase bis 2020 sich nicht an die Vereinbarungen hielten, könnten auch an die Schwellenländer keine hohen Erwartungen gerichtet werden, sagte Merkel und forderte ein "konsequentes Umdenken".

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte bei der Konferenz in Berlin, es müsse sich in den Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen die Einsicht durchsetzen, "dass Klimaschutz nicht ein Hindernis, sondern ein sehr wichtiges Element und eine Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum" sei. Die Umweltpolitiker rief er auf, in den schwierigen Verhandlungen Vertrauen aufzubauen und um des Klimaschutzes willen nach Kompromissen zu suchen.

Mit den bisherigen Klimaschutzvereinbarungen zeigten sich Merkel und Altmaier unzufrieden. Die Maßnahmen reichten nicht aus, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten, sagten die Kanzlerin und der Minister bei dem Klimadialog, der sich zum Ziel gesetzt hat, die nächste UN-Klimakonferenz im November in Katar vorzubereiten. Auch Katars Vizeregierungschef Abdullah bin Hamad al-Attijah rief die Teilnehmer zur Kompromissbereitschaft auf.

Die Opposition kritisierte die Klima- und Energiepolitik der Regierung. "Während die Kanzlerin erneut ehrgeizige Klimaschutzziele beschwört, räumt der gerade ins Amt gekommene Umweltminister das bevorstehende Scheitern der Energiewende ein", kritisierte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Weder der Netzausbau komme voran, noch werde an der Steigerung der Energieeffizienz gearbeitet.

Der Grünen-Klimaexperte Hermann Ott warf der Regierung vor, die Energiewende zu blockieren. Auch fehle bislang ein klares Bekenntnis dazu, die CO2-Emissionen bis 2020 um 30 Prozent und damit stärker zu senken als bislang vereinbart. Die Umwelt-Expertin der Linken, Eva Bulling Schröder, warf der Bundesregierung in diesem Zusammenhang "Unglaubwürdigkeit" vor.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sehen Sie was so ein Abschalten von AKW's bringt am Beispiel Japan. Kleine Klimaanlagen weil das Stromnetz sonst zusammen brechen würde. Und das bei schwülen Temperaturen um die 30°. Da setzen sich die Leute ins Auto, lassen den Motor laufen damit die Klimaanlage funktioniert und verschaffen sich so ein wenig Abkühlung.
    Lt ZDF wurde Gestern in Tokyo gegen das hochfahren von AKW's demonstriert. Lt. ZDF 200.000 Menschen. Lt. Polizei und NHK (jap. TV) höchsten 70.000. Was sind selbst 200.000 wenn im Großraum Tokyo 22 Mio. leben?

  • Dass es immerhin 14° im Juli warm ist, das ist auf die Erderwärmung zurück zu führen! Das verstehen wir natürlich nicht. Das muss uns "Mutti" und die Typen vom "Weltklimarat" noch erklären.

  • ... oder davon so viel wie ne Kuh vom Eistanz.

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