Klimapolitik
Augenwischerei statt Aufbruch

PremiumDer Klimagipfel in Paris steht an, und im Vorfeld versuchen Amerikaner und Europäer ein Zeichen zu setzen. Aber damit wecken sie nur überzogene Erwartungen. Mehr Pragmatismus täte den Beteiligten gut. Eine Analyse.

BerlinKurz vor dem Klimagipfel in Paris schüren führende Politiker große Hoffnungen. Angela Merkel erklärt beim G7-Treffen im Juni die Dekarbonisierung der Wirtschaft bis 2100 zum Ziel der führenden Industrienationen. Am Montag sagte Barack Obama der US-Kohlelobby den Kampf an. Und zuvor haben sich natürlich bereits die EU-Staats- und Regierungschefs auf ambitionierte Ziele verständigt.

Doch was nach Aufbruch klingt, ist in Wahrheit Augenwischerei. Es geht Obama, Merkel und anderen Politikern darum, ein Zeichen zu setzen: Seht, wir tun ’was! Die Erfahrung lehrt aber, dass solche Signale den erhofften Nachahmungseffekt nicht auslösen. Davon kann besonders die EU ein Lied singen. Seit...

 
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