Klimaschutz
Bundesumweltministerium wirft USA Blockade vor

Das Bundesumweltministerium hat den USA bei den Verhandlungen des Weltklimarats in Valencia Blockade vorgeworfen. „Sie treiben ein böses Spiel“, kritisierte der Parlamentarische Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) am Mittwoch.

HB BERLIN/VALENCIA. Trotz der Anerkennung des Weltklimarats durch den Friedensnobelpreis und trotz „erdrückender Fakten“ versuchten die USA erneut, den Zusammenhang zwischen vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen und Klimaänderungen zu relativieren. „Offenkundig ist ein Teil der Weltgemeinschaft, leider auch die verbliebene Supermacht USA, nicht in der Lage, ihrer Verantwortung gerecht zu werden“, sagte Müller.

Klimaforscher und Regierungsdelegationen wollen im spanischen Valencia eine Zusammenfassung des aktuellen UN-Klimaberichts erstellen. Der Weltklimarat möchte darin nach Informationen der „Berliner Zeitung“ seine Warnung vor der Erderwärmung voraussichtlich noch einmal verschärfen. Die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen kämen nur schleppend voran, blieben aber im geplanten Zeitrahmen, berichtete die Madrider Zeitung „El País“. Die Delegierten von 130 Staaten seien grundsätzlich übereingekommen, die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung in der als wegweisend geltenden Kurzfassung des Weltklimaberichts festzuhalten.

Die USA wollen nach Informationen von „El País“ hervorheben lassen, dass die Benutzung von fossilen Brennstoffen seit 2000 stark angestiegen sei und dies auf jüngere wirtschaftliche Entwicklungen zurückzuführen sei. China wolle dagegen in das Papier eine Formulierung aufnehmen, wonach die Erderwärmung auf Emissionen des vorigen Jahrhunderts zurückgeht. Damit wolle Peking klar machen, dass die entwickelten Industriestaaten einen Großteil der Verantwortung tragen. Der sogenannte Synthesereport soll am Samstag vorgestellt werden. Er soll auch der UN-Klimakonferenz auf Bali im Dezember als wissenschaftliche Grundlage dienen.

In dem Report solle auch festgehalten werden, dass die Folgen des Klimawandels unumkehrbar seien, berichtete die „Berliner Zeitung“. „Selbst unter den striktesten Klimaschutzszenarien sind eine weitere Erwärmung und einige der damit verbundenen Auswirkungen im Laufe des 21. Jahrhunderts bereits unvermeidlich“, zitierte das Blatt aus einem Entwurf des Papiers. Zu den unvermeidlichen Folgen gehören demnach Wassermangel, Dürren, Waldbrände sowie ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels. Ohne durchgreifende Änderungen in der Klimapolitik würden bis 2100 hunderte Mill. Menschen unter Wassermangel leiden, mehr als 40 Prozent aller Arten aussterben und 30 Prozent aller Küstenfeuchtgebiete verloren gehen.

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